Häufig werden Türsteher als unzugänglich und einschüchternd beschrieben. Doch ein näherer Blick zeigt, dass dies nicht immer zutrifft. Hana Fink traf sich mit zwei solcher Türsteher in der Luzerner «Max» Bar, um ihre wahre Natur zu erforschen.
Die beiden, Hys und Giusi, haben eine unverwechselbare Präsenz: groß, breit gebaut und im Schwarz gehalten. Sie stehen meist mit verschränkten Armen da, doch die Autorin erlebte sie in einem ganz anderen Licht. Während der Gesprächsrunde auf der Terrasse zeigten sich beide lebhaft und gesellig.
Giusi spricht flott und gestikulierend, während Hys zuhört und gelegentlich durch die Strasse blickt. Die beiden haben ein Vertrauensverhältnis entwickelt, das ihnen erlaubt, intuitiv auf Situationen zu reagieren. «Mit Hys könnte ich blind arbeiten», sagt Giusi. Das Vertrauen, so wichtig für ihren Beruf, haben sie im Laufe der neun Jahre ihres Dienstes an diesem Ort gefestigt.
Die Türsteher kennen nicht nur sich selbst gut, sondern auch das Umfeld und die Gäste. Vor ihrer Schicht tauschen sie sich mit Kollegen anderer Clubs aus und beginnen den Abend typischerweise mit einem Espresso. Diese Vorbereitung ist besonders wichtig in Luzern, wo Bars dicht beieinander liegen.
Neben ihrem Hauptjob sind beide Türsteher tätig: Hys als selbstständiger Heizungsinstallateur und Giusi leitet ein Aufbereitungsteam bei BMW. Beide finden ihren Job als Türsteher eine willkommene Abwechslung, die ihnen erlaubt, unter Menschen zu sein.
Die beiden betonen, dass ihr Anspruch ist, selbst abgewiesenen Gästen mit einem Lächeln zu begegnen. «Uns wird oft gesagt, wir schauen zu böse», sagt Hys lachend, «aber wir sind ganz lieb».
Sie haben bemerkt, wie sich das Nachtleben seit der Pandemie verändert hat: Gäste sind distanzierter geworden und treffen sich weniger in Bars. Giusi meint, dass Luzern in dieser Hinsicht leide. Trotzdem bleibt ihr Ziel, eine positive Atmosphäre sowohl am Eingang als auch im Inneren zu schaffen.
Nach dem Gespräch übernehmen sie ihre Schicht. Während Gäste eintreffen, bleiben die Türsteher ruhig und freundlich. «Manchmal sagen uns Leute sogar, dass wir die Einzigen seien, mit denen man hier Spass haben kann», fügt Hys hinzu.
Quellen: Gespräch mit Giusi und Hys.