Dakar könnte mit seinen kilometerlangen Stränden ein idealer Badeort sein. Doch die Realität ist geprägt von Plastikmüll überall. Um dies zu ändern, zieht der senegalesische Aktivist Modou Fall in einem Kostüm aus zahlreichen gesammelten Plastiksäcken durch das Land und weist auf die Gefahren des Kunststoffs hin.
Anfangs fand er kein Verständnis bei den Menschen, wie er dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) berichtet: «Am Anfang war es etwas kompliziert, weil die Leute meine Botschaft nicht verstanden haben». Doch heute ist sein Auftreten ein Magnet für Aufmerksamkeit. «Jetzt wollen alle ein Foto mit mir machen, weil sie meinen Kampf verstehen», erzählt Fall. «Es ist eine Ehre, ihm auf der Straße zu begegnen und über die Problematik zu sprechen.”
Niklas Bruggeman aus Zürich begleitet ihn auf seiner ökologischen Mission. Ursprünglich kam er zum Surfen nach Senegal und entschied sich später für ein aktives Engagement. “Wir kämpfen gemeinsam gegen eine globale Bedrohung, die keine Grenzen kennt”, so Bruggeman.
In weniger als einem Jahr hat der junge Schweizer Französisch sowie das lokale Idiom Wolof erlernt: «Ich wollte etwas tun, weil ich den Senegal liebe und möchte, dass dieses Land sauberer wird.»
Obwohl 2020 ein Gesetz gegen Einwegplastik verabschiedet wurde, fehlen in der Praxis die Durchsetzung und Sanktionen. Deshalb setzt das Duo auf Aufklärungsarbeit.
Ein Beispiel ist ihre Arbeit in einer Schule in Guédiawaye, einem Arbeiterviertel von Dakar. Bruggeman fragt die Kinder: «Bis 2050 könnte es mehr Plastik als Fische im Meer geben. Möchtet ihr weiterhin Reis mit Fisch essen oder mit Plastik?» Die Antwort lautet einstimmig: «Mit Fisch!». Fall ergänzt: «Reduzieren, recyceln, wiederverwenden, ablehnen – das ist die Lösung.”
Ihre Botschaft verbreiten sie bis ins südlichste Senegal und nutzen soziale Medien zur globalen Bewusstseinsbildung über die Plastikkrise.
RTS, 19h30, 4.5.2026, 19:30 Uhr; liea