Der FC St. Gallen hat sich unter Präsident Matthias Hüppi, einst bekannt aus dem Fernsehen, zu einem lebendigen und erfolgreichen Klub entwickelt. In dieser Phase bietet sich nun die Gelegenheit für den Gewinn des Cups, was auch bedeutet, ein historisches Trauma zu überwinden.
Der Klub, gegründet 1879, ist bekannt für seine Leidenschaft und Energie – Eigenschaften, die unter Hüppi noch verstärkt wurden. Der charismatische Präsident arbeitet jedoch daran, den Fokus von Theatralik auf Substanz zu lenken. “Wir wollen kein Theater ablassen”, betont er.
2017 übernahm Hüppi die Rolle des Präsidenten, als der FC St. Gallen mit finanziellen und Führungsproblemen kämpfte. Er rief nach einer neuen grün-weissen Bewegung und verband sich eng mit den Anhängern. In den vergangenen acht Jahren hat er die Nähe zum Volk gestärkt, etwa durch Aktionen wie “Espen on tour” und Stadion-GV-Versammlungen.
Heute steht der Verein finanziell stabil da, rangiert sportlich auf Platz zwei in der Super League. Doch ein Titel ist noch ausständig – das große Ziel der Ära Hüppi. Im Cup-Halbfinale gegen den unterklassigen Yverdon sieht der Klub eine historische Chance.
Hüppi betont zwar immer wieder den Teamgedanken, doch die aktuelle Situation hat auch seine persönliche Präsidentschaft geprägt. Der FC St. Gallen gewann bisher nur drei Pokale in seiner 147-jährigen Geschichte.
Der Klub genießt eine hohe Zuschauerzuspruch und finanzielle Gesundheit, wobei er auf eine Eigenkapitalquote von 58,6 Prozent stolz ist. Dennoch bleibt der Titelgewinn ein Traum.
In den letzten Jahren gab es mehrere enttäuschende Cup-Auftritte gegen unterklassige Teams, darunter die Finalniederlagen 2021 und 2022. Hüppi hat jedoch aus diesen Niederlagen gelernt und verfolgt nun eine konservativere Strategie mit Fokus auf Teamgeist und Disziplin.
Obwohl das Umfeld Veränderungen erlebt, wie den Einzug eines Aktionärsvertreters in den Verwaltungsrat, bleibt Hüppi ein engagierter Präsident. Mit 68 Jahren zeigt er noch immer seine jugendliche Energie und blickt nach vorne auf die entscheidenden Wochen, die sein Vermächtnis prägen werden.