Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump übt Kritik an der Schweiz, insbesondere aufgrund von Bioregulierungen und der Dominanz von Migros sowie Coop im Einzelhandel. Laut einem Bericht des Handelsministeriums mit dem Titel «Foreign Trade Barriers» stehen Bio-Importe aus den USA vor erheblichen Hindernissen, wie die Tamedia-Zeitungen berichten.
Die Schweizer Vorschriften für ökologischen Landbau gelten als streng und komplex, was Zertifizierungsprozesse erschwert. Dies führt dazu, dass lokale Marken begünstigt werden, besonders durch die Präsenz zweier großer Einzelhandelsketten. Obwohl Coop und Migros im Bericht nicht explizit genannt werden, sind sie impliziert.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat den Bericht zur Kenntnis genommen, jedoch keine Stellungnahme abgegeben, wie auf Anfrage der Tamedia-Zeitungen mitgeteilt wurde. Der Bericht weist auch ein Handelsdefizit aus US-Sicht von 34,3 Milliarden US-Dollar (etwa 27 Milliarden Franken) für das Jahr 2025 aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies um rund 10 Prozent gesunken.
Demgegenüber steht die Einschätzung des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), wonach Schweizer Exporte in die USA ohne Gold um 3,9 Prozent auf 54,7 Milliarden Franken stiegen. Importe aus den USA fielen um 5,7 Prozent auf 13,3 Milliarden Franken und führten zu einem erweiterten Handelsbilanzüberschuss von 41,4 Milliarden Franken.
Das hohe Handelsdefizit diente Präsident Trump als Grundlage für die Erhebung hoher Zölle auf Schweizer Importe. Im letzten November einigten sich beide Länder im Zollstreit und führen weiterhin Verhandlungen.
Ein zentraler Punkt der Schweizer Argumentation war, dass Dienstleistungsimporte aus den USA die Exporte übersteigen. Dies wird durch den aktuellen Bericht bestätigt, welcher einen US-Überschuss von 32,1 Milliarden US-Dollar (25,3 Milliarden Franken) verzeichnet – ein Anstieg um etwa 8 Prozent.