Die US-Regierung hat angeordnet, dass 5000 amerikanische Soldaten innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate aus Deutschland abgezogen werden. Diese Entscheidung wurde von Verteidigungsminister Pete Hegseth getroffen und durch das Pentagon bestätigt, wie US-Medien berichten. Der offizielle Grund ist eine Überprüfung der Truppenpräsenz in Europa sowie der lokalen Bedingungen und Anforderungen der Einsatzgebiete.
In Berlin und Brüssel zeigten sich Reaktionen besorgt: Der deutsche Verteidigungsminister Pistorius erklärte, dass die Präsenz der US-Truppen für den Frieden und die Sicherheit in Europa von Bedeutung sei. Sie diene auch der Abschreckung und unterstütze sicherheitspolitische Interessen in Afrika sowie im Mittleren Osten. Die NATO bemüht sich um Einzelheiten des geplanten Abzugs und arbeitet eng mit den USA zusammen, um die Details zu klären.
Der Hintergrund dieser Entscheidung reicht zurück zu Spannungen zwischen dem damaligen US-Präsidenten Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz bezüglich des Iran-Kriegs. Trump hatte in seiner ersten Amtszeit den Abzug von 12’000 Soldaten aus Deutschland erwogen, was sein Nachfolger Biden jedoch stoppte.
Zum aktuellen Stand sind laut Pentagon etwa 68’000 US-Soldaten auf europäischen Stützpunkten stationiert, wovon die Hälfte in Deutschland ist. Diese Zahlen ändern sich ständig durch Rotationen und Übungen.
Die USA unterhalten mehrere Militärstützpunkte in Deutschland, hauptsächlich im Südwesten und Süden des Landes. Deutschland zählt nach Japan zum zweitgrößten US-Militärstandort außerhalb der Vereinigten Staaten. Diese Stützpunkte dienten ursprünglich dem Schutz Europas vor russischen Aggressionen während des Kalten Kriegs und sind strategisch für die USA von Bedeutung.
Die Beziehungen zwischen Trump und Merz verschlechterten sich im Zuge des Iran-Kriegs. Merz kritisierte das Vorgehen der USA, was zu heftigen Reaktionen von Trump führte.
Was einen Teilabzug für Deutschland bedeuten würde, ist noch unklar: Es könnte temporär sein oder zur Schließung ganzer Standorte führen. Experten sehen keine direkten Sicherheitsfolgen, aber es könnte das Beistandsversprechen der USA in der NATO schwächen.
Der US-Kongress hatte 2025 ein Gesetz verabschiedet, dass die Streitkräfte im Europa-Kommando nicht unter 76’000 Soldaten fallen dürfen. Diese Schwelle würde auch nach dem aktuellen Stand weiterhin eingehalten.