In einem bedeutenden Schritt haben Swissmem und Swissmechanic, die bisher in Konkurrenz standen, eine Fusion beschlossen. Beide Verbände konkurrierten um Mitglieder aus der Maschinenindustrie. Nun vereinigen sie ihre Kräfte zur gemeinsamen Vertretung ihrer Interessen.
Swissmechanic wurde 1939 von 38 Mechanikermeistern gegründet, mit einem Fokus auf die Berufsbildung. Swissmem entstand 1999 aus der Fusion des Vereins Schweizer Maschinen-Industrieller (VSM) und dem Arbeitgeberverband der Schweizer Maschinenindustrie (ASM).
Die globale politische Entwicklung beeinflusst die Firmen zunehmend. “Die Welt teilt sich in Blöcke auf”, erklärt Nicola Tettamanti, Präsident von Swissmechanic gegenüber SRF. Dies erfordere eine stärkere Zusammenarbeit der Verbände.
Mit über 2800 Mitgliedern repräsentieren die fusionierten Verbände die MEM-Industrie und geben ihr so mehr Einfluss in wirtschaftspolitischen Fragen. Swissmem, bekannt für seine nationale Präsenz, wird durch den Zusammenschluss regional stärker: “Der Zugang zu kantonalen Behörden verbessert sich”, betont Martin Hirzel, Präsident von Swissmem.
Die Verbände ergänzen sich: Swissmem ist national stark, aber in den Regionen schwach vertreten. Swissmechanic, mit seinen 14 Standorten, konzentriert sich auf KMU und Berufsbildung.
Bereits seit einigen Monaten arbeiten die beiden Verbände im Bildungssektor zusammen und koordinieren acht technische Berufe wie Polymechaniker und Elektronikerin. Nach dem Zusammenschluss erhält der Verband einen neuen Namen und zieht nach Zürich um.
Die Entscheidung zur Fusion wird auf Mitgliederversammlungen im Juni (Swissmem) und Oktober (Swissmechanic) getroffen. “Es ist ein gleichberechtigter Zusammenschluss”, so Hirzel.
Der Verband sieht sich jedoch einer schwierigen Umwelt gegenüber: US-Zölle, Kriege und Handelskonflikte belasten die Betriebe. Die Nachfrage nach Informationen steigt; allein für juristische Beratung führt Swissmem wöchentlich über 700 Telefonate.
Quelle: SRF 4 News, 16.4.2026, 16:16 Uhr