Ein gutes Gespräch zwischen Arzt und Patient kann den Heilungsprozess erheblich fördern. Studien bestätigen, dass eine effektive Kommunikation das Verständnis von Behandlungen, die Einhaltung der Medikamenteneinnahme und letztendlich die Genesung unterstützen. Sabina Hunziker, leitende Ärztin für medizinische Kommunikation am Universitätsspital Basel, betont: «Bessere Kommunikation verbessert die Faktoren, die zur Gesundheit beitragen, was den Heilungsverlauf positiv beeinflusst.» Dennoch klagen viele Patienten über mangelnde Ernsthaftigkeit und unzureichende Erklärungen seitens der Ärzte.
Die Bedeutung der Kommunikation im medizinischen Bereich hat sich in den letzten Jahren verstärkt, was auch Auswirkungen auf das Medizinstudium hat. In Basel wird dies durch ein spezielles Curriculum vom ersten bis zum sechsten Studienjahr gelehrt, wobei praktische Übungen, darunter Rollenspiele mit Simulationspatienten, eine zentrale Rolle spielen.
Susanne Gedamke von der Schweizerischen Patientenorganisation SPO berichtet oft über Probleme während Beratungsgesprächen. «Aufklärungsgespräche vor Operationen sind häufig zu knapp und verwirrend», sagt sie. Sie rät Patienten dazu, Fragen bis zur vollständigen Klärung zu stellen. Falls Unklarheiten erst später auftreten, sollte der Arzt erneut kontaktiert werden.
Ärzte unterliegen einem starken Zeitdruck im Gesundheitswesen, weshalb es entscheidend ist, die begrenzte Gesprächszeit effizient zu nutzen. Gedamke empfiehlt, bei anhaltenden Kommunikationsproblemen sogar den Wechsel des behandelnden Arztes in Betracht zu ziehen.
Das «Café Med» bietet eine kostenlose Beratung von pensionierten Ärzten und wurde von Annina Hess-Cabalzar ins Leben gerufen, um Menschen nach unbefriedigenden Arztbesuchen Orientierung zu bieten. Die Akademie Menschenmedizin will auf die Probleme der fehlenden Unabhängigkeit und der rationierten Gesprächszeit reagieren.
Sabina Hunziker rät Patienten zur Vorbereitung auf den Termin, Notizen während des Gespräches zu machen und bei Unsicherheiten das Gehörte zusammenzufassen. Bei wichtigen Themen empfiehlt sie die Begleitung durch eine andere Person, da diese zusätzliche Informationen liefern kann. Besonders in emotionalen oder sprachlichen Barrieren ist dies hilfreich.
Quelle: Puls, SRF 1, 20.04.2026, 21:05 Uhr