Straffe Haut, ein jugendliches Herz und ein kräftiges Immunsystem sind im Labor erreichbar, indem man Zellen verjüngt. Eine neuartige Methode wird jetzt zum ersten Mal an Menschen getestet.
Der Podcast «NZZ Quantensprung» ist auf Spotify, Apple Podcasts oder Castbox zu hören. | Abonnieren Sie den Newsletter hier kostenlos.
Kann ein Mensch die Marke von 1000 Jahren knacken? Der Langlebigkeitsforscher Steve Horvath sagt: «Sag niemals nie.» Schon als Teenager empfand er das Leben als zu kurz, was ihn und seinen Zwillingsbruder dazu veranlasste, das «Gilgamesch-Projekt» ins Leben zu rufen. Der sumerische König suchte vor 5000 Jahren nach einem Kraut für Unsterblichkeit. Horvath glaubt nicht an magische Kräuter, sondern an die Wissenschaft und träumt von einer Behandlung, die das Altern stoppt und gealterte Gewebe regeneriert.
Die Frage stellt sich: Kann eine Verjüngungstherapie zu einem ewigen Leben führen?
Das Thema interessiert uns aus folgendem Grund: Die FDA genehmigte kürzlich eine erste Studie zur Zellverjüngung an Menschen. Das Unternehmen Life Biosciences möchte das Sehvermögen von Patienten mit beschädigtem Sehnerv wiederherstellen. David Sinclair ist der Erste, der diese Therapie nicht nur an Mäusen testet, wo sie bereits erfolgreich war.
Wissenswertes: Unser Passalter reflektiert nicht unbedingt unser biologisches Alter, das durch Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Umwelt beeinflusst wird. Steve Horvath hat eine epigenetische Uhr entwickelt, um das biologische Alter zu bestimmen.
Die wissenschaftliche Entdeckung: Die Zelle wird neu gestartet, ähnlich einem Computer auf Werkseinstellung. Sie wird jung und unbelastet:
Hintergrundwissen: Es gibt zwei Arten von Zellen: spezialisierte erwachsene Zellen (z.B. Herz-, Leber- oder Hautzellen) und unspezifische Stammzellen. Der japanische Forscher Shinya Yamanaka entwickelte eine Methode, um aus spezialisierten Zellen wieder Stammzellen zu machen, indem ein Cocktail aus vier Proteinen eingesetzt wird.
Aktueller Stand der Forschung: Das Ziel ist nicht Unsterblichkeit, sondern Gesundheit und Fitness im Alter. Junge Zellen regenerieren sich schneller, sind resistenter gegen Krankheiten und funktionieren effizienter. Allerdings können zu junge Zellen auch Probleme verursachen.
Weitere Episoden von «NZZ Quantensprung» finden Sie hier.