Die Schweizer Gesundheitsbehörden haben neue Daten veröffentlicht, die aufzeigen, dass nahezu eine Milliarde US-Dollar für Teile des Impfstoffbestands während der Corona-Pandemie ausgegeben wurden. Diese Angaben beziehen sich speziell auf Moderna und Novavax; Details zu Biontech/Pfizer fehlen jedoch. Dies entfacht erneut Diskussionen über die Preise und Gewinne dieser Firmen.
Moderna konnte während der Pandemie enorme Gewinne verbuchen, mit einem Gesamtgewinn von 20 Milliarden Dollar in den Jahren 2021 und 2022, als weltweit große Mengen an Impfstoffen gekauft wurden. Allerdings hatte das Unternehmen zuvor stetige Verluste hinnehmen müssen, da es vor der Pandemie erhebliche Mittel für die Entwicklung der mRNA-Technologie investierte. Im Jahr 2020 allein verzeichnete Moderna einen Verlust von 800 Millionen Dollar, trotz teilweiser staatlicher Unterstützung.
Moderna ist eine Firma, die mithilfe der Boten-Ribonukleinsäure (mRNA) Impfstoffe herstellt. Diese mRNA enthält genetische Informationen für ein Virusmerkmal und wird mit einer Lipidhülle in den Körper eingebracht, wo sie von Zellen aufgenommen wird, die dann das Merkmal produzieren und so eine Immunreaktion hervorrufen.
Anders als klassische Impfstoffe, die abgetötete Viren oder spezielle Proteine nutzen, ist dieser Ansatz neuartig. Nach dem Pandemie-Hoch verlor Moderna jedoch an Attraktivität für viele Länder und damit auch an Wert an der Börse – ein Rückgang von fast 90 Prozent im Vergleich zu seinem Höchststand im Sommer 2021.
Lonza, der Schweizer Partner von Moderna, konnte während der Pandemie durch die Produktion des Impfstoffs einen Gewinn erzielen und verdoppelte diesen 2022 gegenüber dem Vor-Corona-Zeitraum auf etwa 1.2 Milliarden Dollar. Nachdem der Auftrag jedoch nicht verlängert wurde, musste die Produktion eingestellt werden.
Biontech aus Deutschland, ein weiterer bedeutender Impfstofflieferant für die Schweiz in Zusammenarbeit mit Pfizer, erzielte ähnliche Gewinne wie Moderna und verdiente ebenfalls mehr als 20 Milliarden Euro zwischen 2021 und 2022. Doch auch Biontech befindet sich nunmehr in finanziellen Schwierigkeiten.
Die Förderung für mRNA-basierte Forschungsprojekte ist zurückgegangen, besonders in den USA, wo Impfskeptiker wie Robert F. Kennedy Jr. die staatlichen Finanzmittel eingestellt haben. Mehr als 20 Projekte sind betroffen und verlieren rund 500 Millionen Dollar an Fördermitteln.
SRF 4 News berichtete darüber am 17. April 2026 um 16:11 Uhr.