Die Zürcher Bank MBaer musste geschlossen werden, nachdem sie von Geldwäschereivorwürfen erschüttert worden war. Ihr Gründer Mike Bär sieht sich als Opfer einer willkürlichen Justiz, während neu aufgetauchte Dokumente zeigen, dass seine Nähe zu dubiosen Akteuren zum Niedergang der Bank beitrug. Der Colorado-Marathon ist für seine Schönheit bekannt. Auch Mike Bär, Gründer der von US-Behörden als Geldwäscherei-Einfallstor eingestuften MBaer Merchant Bank, ist gemeldet. Trotz regelmäßiger Trainings hat er Zweifel, ob er an den Start gehen wird – die Möglichkeit von Handschellen bei seiner Einreise in die USA hängt über ihm. Die US-Justiz sieht in der Bank ein Tor zur Geldwäscherei für venezolanische Ölschmuggler, russische Oligarchen und iranische Revolutionsgarden. Vor einem Monat kündigte das Fincen den Ausschluss des Instituts aus dem US-Finanzsystem an – eine Todesstrafe. Im November zuvor erschien die Welt für MBaer noch in Ordnung: Die Bank gewann beim Wealth Summit den Titel als erfolgreichste Privatbank mit einer Gewinnmarge von fast 3 Prozent. Doch kritische Stimmen fragten nach dem Erfolg und den Hintergründen. Mike Bär, stammend aus der berühmtesten Zürcher Banquier-Dynastie, wollte die Bank nicht nur für Reiche sein, sondern als Unterstützung für Unternehmer – ein Rückbezug auf die Tradition seiner Familie. Doch der Traum zerplatzte schnell: MBaer schrieb in den ersten Jahren rote Zahlen und hatte IT-Probleme. Mit dem Covid-19-Ausbruch verschlechterte sich die Finanzlage weiter, und es folgte eine Kapitalaufnahme. Die Wahl der Geldgeber brachte die Bank auf die US-Radar, besonders wegen Kontakten zu fragwürdigen Investoren aus Venezuela. Dokumente zeigen Bärs frühe Verbindungen zu einem später von den USA sanktionierten Geschäftsmann in Venezuela. Der Verwaltungsrat nahm mögliche Risiken herunter und erlaubte Aktionäre mit problematischen Hintergründen. Im Jahr 2020 stieß Alessandro Bazzoni, ein Italiener mit enger Verbindung zum venezolanischen Erdölsektor, bei MBaer ein. Kurz darauf wurden gegen ihn Sanktionen verhängt, und die Fincen kritisierte seine Rolle in der Bank. Die Bank stellte ihr Geschäftsmodell um und fokussierte auf den internationalen Zahlungsverkehr, was zu hohen Gewinnen führte. Die Risikobereitschaft bei Kundenübernahmen ohne gründliche Prüfung brachte die Aufmerksamkeit der Behörden. Die Finma eröffnete ein Enforcement-Verfahren gegen MBaer wegen gravierender Schwächen im Geldwäscherschutz und Umgang mit sanktionierten Kunden. Die Bank versuchte, ihre Lizenz zu retten, doch die US-Behörden drohten mit dem Ausschluss aus dem amerikanischen Finanzsystem. Mike Bär hatte den Niedergang der Bank nicht vorhergesehen, obwohl Warnungen vorlagen. Er hinterfragt nun das Vorgehen gegen ihn und seine Bank, die sich in einem veränderten regulatorischen Umfeld wiederfand.