Vier der sechs Premier-League-Vertreter schaffen es nicht ins Viertelfinale der Königsklasse. Dieses Paradoxon lässt sich mit der starken Leistungsdichte innerhalb der englischen Liga erklären.
Eine Lebensweisheit, häufig Kurt Tucholsky zugeschrieben, besagt: «Erfahrungen vererben sich nicht, jeder muss seine eigenen machen.» Übertragen auf die Situation der finanziell potenten englischen Klubs bedeutet dies: Erfahrung lässt sich auch nicht kaufen.
Die aktuelle Champions-League-Runde illustriert diese Erkenntnis. Obwohl alle sechs Teams aus England in die Achtelfinals einziehen konnten, erreichten nur Arsenal FC und Liverpool FC die Viertelfinals. Manchester City, Chelsea FC, Newcastle United und Tottenham Hotspur scheiterten teils klar.
Die Premier League ist dabei sowohl Vorteil als auch Nachteil: Sie sichert finanziellen Vorsprung durch globale Strahlkraft, was den Klubs in der Breite hilft. Doch die hohe Konkurrenz innerhalb der Liga bedeutet, dass nur wenige Teams regelmäßig für die Champions League qualifiziert sind. Regelmäßige Teilnahme ist jedoch entscheidend für großen Erfolg.
Arsenal und Liverpool bewiesen mit souveränen Siegen über Bayer Leverkusen bzw. Galatasaray Istanbul ihre Routine, während Chelsea zuletzt 2014 in der Königsklasse spielte, Tottenham nur einmal in den letzten fünf Jahren, und Newcastle erstmalig das Achtelfinale erreichte.
Die Niederlagen von Chelsea gegen PSG, Newcastle gegen Barcelona und Manchester City gegen Real Madrid zeigten individuelle Fehler, fehlendes strategisches Raffinement sowie jugendliche Naivität. Auch der Mangel an Routiniers war ein Problem; beim FC Chelsea etwa spielte der älteste Profi mit 28 Jahren.
Manchester City, unter Trainer Josep Guardiola, investierte Milliarden in neue Spieler ohne internationale Erfahrung. Dieser Umstand offenbarte sich im Duell gegen das erfahrene Real Madrid. Guardiola verwies auf die Aura des Gegners als Erklärung für die Niederlage.
Die jüngsten Demütigungen könnten den englischen Klubs wertvolle Lektionen bieten, vorausgesetzt, sie schaffen es erneut in die Königsklasse.