Die Entscheidung der FDP, bei den Regierungsratswahlen 2027 in Zürich mit einem Einerticket anzutreten, stößt auf Kritik innerhalb der Partei. Der Nationalrat Andri Silberschmidt wurde als Favorit präsentiert und von Parteipräsident Filippo Leutenegger gelobt. Doch die Entscheidung, keinen zweiten Kandidaten aufzustellen, um den Sitz von Carmen Walker Späh zu verteidigen, löst Unmut aus.
Kritiker wie Kantonsrat Marc Bourgeois argumentieren, dass die FDP die Möglichkeit eines zweiten Sitzes verpassen könnte. Die Begründung der Parteileitung, nur bei einem freien nichtbürgerlichen Sitz zu kandidieren, erscheint vielen widersprüchlich, da mit Jacqueline Fehr eine SP-Vertreterin abtritt. Bourgeois und weitere wie Nationalrätin Bettina Balmer sehen die Notwendigkeit einer Strategieüberarbeitung.
Balmer betont den Anspruch auf zwei Regierungsratssitze und warnt vor der Konkurrenz durch andere bürgerliche Parteien, die mehr Kandidaten als Sitze stellen könnten. Auch Përparim Avdili, Präsident der Stadtzürcher FDP, kritisiert den fehlenden Mut und betont das Potenzial der Partei.
Die Jungfreisinnigen fordern ebenfalls eine zweite Kandidatur. Die FDP-Schweiz will sich nicht einmischen, da die Entscheidung bei der Kantonalpartei liegt. Trotz interner Unstimmigkeiten bleibt offen, ob ein zweiter Kandidat noch nominiert wird.
Diskussionen über mögliche Saalkandidaturen laufen, mit Namen wie Sarah Fuchs, Mario Senn und Frank Rühli im Gespräch. Die Parteileitung zeigt sich an Diskussionen interessiert, hält aber am Einerticket fest, sieht sich jedoch offen für eine Strategieänderung bei veränderten Umständen.
Die Entscheidung wird auf der Delegiertenversammlung im Juni endgültig getroffen. Eine mögliche Kandidatur eines zweiten Bewerbers könnte den internen Diskurs beeinflussen.