Nach zwei kürzlichen Wolfsübergriffen in Mettmenstetten und Hausen am Albis steht der Kanton Zürich unter Druck, Maßnahmen zu ergreifen. Ein Wolf riss zuletzt innerhalb einer Nacht sieben Schafe im Gebiet von Hausen am Albis. Der Zürcher Bauernverband reagierte empört und fordert den sofortigen Abschuss des Tieres. Dies sei gerechtfertigt, da der Wolf sechs oder mehr Tiere innerhalb von vier Monaten gerissen haben muss, um gejagt zu werden – eine Bedingung, die nun erfüllt scheint.
Der Bauernverband ist alarmiert über die Gefahr und kritisiert das Fehlen ausreichender Ressourcen für eine Wolfsjagd im Kanton. Fredi Hodel, Geschäftsführer des Verbands, betont, dass der Wolf in Hausen eine fortwährende Bedrohung darstellt und dringend erlegt werden sollte.
Die Behörden zeigen sich zurückhaltender. Sie erwägen, zusätzliche Personalressourcen für den Schutz geschützter Arten zu prüfen. Vorübergehende Maßnahmen umfassen verstärkten Herdenschutz durch Elektrozäune oder das Unterstellen der Tiere nachts.
Während die Landwirte auf einen raschen Abschuss drängen, wird eine solche Bewilligung nur als letzter Ausweg gegeben. Die Fischerei- und Jagdverwaltung informiert Nutztierhalter mittlerweile über digitale Kanäle wie der Stricker-App.
Gleichzeitig suchen Forscher nach neuen Lösungen: Projekte nutzen künstliche Intelligenz, um Wildtiere präziser zu überwachen und Abschüsse zu minimieren. Wärmebildkameras und Algorithmen sollen die Überwachung in den Alpen verbessern. Die ETH Lausanne entwickelt mit dem Projekt “Mammalps” Methoden zur Beobachtung des Tierverhaltens im Nationalpark, unterstützt durch KI-gestützte Auswertungen von Bild- und Audiodaten.
Auch wenn die Technologie Fortschritte macht, bleibt es letztlich den Menschen überlassen, über Abschüsse zu entscheiden. Vorerst hat der Wolf in Hausen am Albis jedoch freie Hand.