Die Suche nach einem neuen Leonardo Genoni bleibt für Eishockeyklubs in der Schweiz eine Herausforderung. Im Play-off-Final zwischen Gottéron und Davos stehen sich Reto Berra (40) und Sandro Aeschlimann (31) gegenüber, wobei beiden Torhütern vorgeworfen wird, nicht für die großen Partien geeignet zu sein. Spiel 2 sah Aeschlimann triumphieren, als Davos auswärts mit 3:1 gewann und die Serie ausglich.
Früher galten Schweizer Goalies wie David Aebischer, Martin Gerber, Jonas Hiller und Leonardo Genoni als NHL-Pioniere. Heute jedoch ist die Talentschiene weitgehend versiegt. Während Berra und Genoni ihre Karrieren bei großen Turnieren fortsetzen, suchen Klubs vergeblich nach geeigneten Nachfolgern.
Die Konsequenz dieser Knappheit: Vereine überbieten sich im Kampf um Torhüter mit starken Saisons. Stéphane Charlin, der 2024/25 in Langnau glänzte und dann von Genf/Servette verpflichtet wurde, enttäuschte in seiner aktuellen Saison besonders im Play-off.
Die gesamte Liga sucht aktive oder potenzielle Torhüter – sei es für die Saison 2027/28 oder heimlich. Teams wie die ZSC Lions halten am 34-jährigen Simon Hrubec bis 2028 fest, während der Agent von Hughes in Zürich vertröstet wurde. Im ZSC steht aktuell die Zukunft des Trainers Marco Bayer zur Diskussion.
Die größte Not herrscht im Berner SCB, seit Genoni 2019 zu Zug wechselte und der Verein keine erfolgreiche Nachfolgelösung fand. Sportdirektor Martin Plüss versucht verzweifelt, das Torhüterproblem ohne Ausländerlizenz zu lösen. Aeschlimann bleibt in Davos, trotz Berns Bemühungen.
Die bevorstehende Verpflichtung eines neuen Nummer-eins-Torhüters für den SCB könnte Connor Hughes heißen. Der kanadisch-schweizerische Doppelbürger hat in Lausanne einen lukrativen Vertrag, doch der Publikumsliebling Kevin Pasche ist ihm vorgezogen worden.
Auch Biel steht vor Problemen mit Harri Säteri, dessen Zukunft ungewiss ist. In Zug wird über die Nachfolge von Genoni (39) diskutiert, während Lugano ein Upgrade für Niklas Schlegel und Joren van Pottelberghe benötigt.
Akira Schmid könnte in der Schweiz landen, sobald er sich entscheidet. Der 25-Jährige hat nur eine Nationalliga-Partie bestritten. Es stellt sich die Frage, ob das Fehlen von Top-Talenten daran liegt, dass ihnen keine Chance gegeben wird.
Die National League setzt selten auf junge Torhüter. Kloten tat es aus Verletzungsgründen und entdeckte Davide Fadani. Hughes ging ähnlich vor: Er spielte in Biasca, bevor er bei Gottéron Erfolg hatte. Christof von Burg erreichte mit Thurgau eine beeindruckende Fangquote, wurde aber nie von Bern eingesetzt.
Es bleibt fraglich, warum der SCB nicht nach einem Talent wie Hughes innerhalb seiner eigenen Reihen gesucht hat.