Wolfgang Kubicki tritt als Kandidat für den Vorsitz der deutschen Freien Demokraten (FDP) auf. Er wird sich beim bevorstehenden Parteitag im Mai mit dem amtierenden Parteichef Christian Dürr messen und verspricht, die Partei vor einem weiteren Bedeutungsverlust zu bewahren.
Der langjährige Vizechef der Liberalen gab seine Kandidatur auf X bekannt. Kubicki betonte sein Ziel, eine FDP mit neuem Selbstbewusstsein an die Spitze politischer Debatten zu führen und nicht hinterherzulaufen. Er kündigte den Delegierten seiner Partei ein entschlossenes Handeln an, um Erfolg zurückzugewinnen.
Neben Kubicki wollen auch Christian Dürr und der nordrhein-westfälische Landeschef Henning Höne auf dem Parteitag im Mai für den Vorsitz kandidieren. Als Co-Kandidaten wählte Kubicki Martin Hagen, den früheren bayerischen Fraktionsvorsitzenden der FDP.
Kubickis Kandidatur erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Liberalen verfehlten im März bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg den Einzug in die Parlamente. Diese Niederlagen waren besonders bitter, da die Partei in Rheinland-Pfalz an der Regierung beteiligt war und Baden-Württemberg als Stammland gilt. Zudem schied sie bei der Bundestagswahl 2025 aus dem Deutschen Bundestag aus.
Parteichef Dürr stand unter Druck, da ihm vorgeworfen wurde, keine klare Profilierung erreicht zu haben. Er versuchte mit einem Rücktritt und einer erneuten Kandidatur Anfang April den Druck abzubauen.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte zunächst ebenfalls Interesse an der Führung gezeigt, zog sich jedoch zurück, da ihr Favorit für eine Doppelspitze, Henning Höne, alleine kandidieren wollte. Ihr Amt im Europaparlament verhinderte eine Einzelkandidatur.
Der 74-jährige Kubicki war bislang Vizepräsident des Bundestags und engagierte sich in der schleswig-holsteinischen Landespolitik. Er trat 1971 als 19-Jähriger in die FDP ein, ist bekannt für seine freisinnige Haltung und sprach sich gegen Grundrechtseinschränkungen während der Corona-Pandemie aus. Besondere Aufmerksamkeit erregte Kubicki durch seine Rechtfertigung der Wahl von Thüringens Ministerpräsidenten 2020 mit Unterstützung der AfD.