Die Sperrung der Rheintalbahn führte erneut zu massiven Einschränkungen für Reisende zwischen der Schweiz und Karlsruhe. Aufgrund des Bauabschnitts zwischen Freiburg und Baden-Baden vom 3. bis zum 9. April, den die Deutsche Bahn (DB) voll sperrte, mussten Pendler einen um zwei Stunden verlängerten Bus-Ersatzverkehr in Kauf nehmen.
Die Rheintalbahn ist eine zentrale Route für Personen- und Güterverkehr zwischen Basel und Karlsruhe. Der Ausbau auf vier Gleise durch die DB läuft jedoch erheblich hinter dem Zeitplan, wobei das Ende des Projekts nun erst 2041 angenommen wird.
Während der Ostertage stieß die hohe Nachfrage im Personenverkehr aufgrund der Sperrung zu Engpässen. Die DB verwies Reisende in ihrer App auf die Gäubahn von Zürich über Singen nach Stuttgart als Alternativroute, was jedoch nicht genügend Kapazitäten bereitstellen konnte.
Die IC-Züge mit fünf Doppelstockwagen der DB waren stark frequentiert. Häufige Halte auf dem deutschen Abschnitt und die Anforderung freier Fluchtwege in voll besetzten Zügen führten dazu, dass Fahrgäste zurückgelassen wurden.
Ein Sprecher der DB erklärte, das Rollmaterial sei fix gekoppelt und nicht erweiterbar. Längere ICE-Züge seien aufgrund zu kurzer Perrons in den Zwischenstationen nicht einsetzbar gewesen, was auch für Triebzüge der SBB galt.
Die DB konnte keine zusätzlichen Züge einsetzen, da die Kapazitäten der teilweise eingleisigen Gäubahn begrenzt waren. Diese Strecke diente zudem als Umleitung für internationale Güterverbindungen. Die DB hatte laut Sprecher frühzeitig auf das erhöhte Reiseaufkommen hingewiesen und ausreichend Buskapazitäten bereitgestellt.
Die SBB, die im internationalen Fernverkehr oft mit der DB kooperiert, mussten die Nachtzüge über Schaffhausen umleiten. Für den Tagesverkehr gab es nur einen Hinweis auf mögliche Überfüllung in Online-Fahrplänen.
Sabrina Schellenberg von den SBB betonte, dass Bauarbeiten trotz enger Einbindung der Bahnunternehmen oft mit Einschränkungen einhergehen. Die Herausforderungen hätten die Kapazitäten des internationalen Netzes stark beansprucht.
Das fixe Rollmaterial schränkt die Flexibilität ein, weshalb die SBB für den nationalen Fernverkehr planen, variabel gekuppelte Züge anzuschaffen. Reisende müssen sich auf weitere Sperrungen vorbereiten: Ende April bis Anfang Mai werden Bauarbeiten der DB zwischen Stuttgart Hauptbahnhof und Vaihingen durchgeführt, wobei einige Züge nicht den Hauptbahnhof erreichen.