Nach fast drei Jahrzehnten bei dem Streaming-Riesen wird Reed Hastings, Gründer von Netflix, seine Positionen im Unternehmen abgeben. Er hat kürzlich das größte Skigebiet der USA erworben und damit sein Interesse an außergewöhnlichen Projekten gezeigt.
Hastings ist bekannt dafür, dass er die Art und Weise verändert hat, wie wir Filme konsumieren. Er machte uns zu sogenannten «Binge-Watchern» – Menschen, die von der Unterhaltungsindustrie gefangen sind und die nächste Serie-Folge in weniger als fünf Sekunden starten können. Durch Netflix wurden nicht nur Videotheken überflüssig, sondern auch das Fernsehen und Kinos stark beeinflusst.
Das Unternehmen schaffte es, Menschen weltweit zu vernetzen, indem sie zeitgleich über Serien wie «Stranger Things» oder «Wednesday» diskutierten. Diese neue Form des Zugangs hat auch Erwartungen in anderen Bereichen geschaffen: Wir möchten alles sofort verfügbar haben.
Netflix beendete zudem die Kultur des DVD-Sammlerstolzes und förderte eine Abo-basierte Verfügbarkeit von Medieninhalten. Hastings formulierte einst, dass der größte Konkurrent von Netflix nicht HBO oder Amazon sei, sondern der Schlaf – und siegen würden.
Nun kündigte er seinen Rückzug aus dem Unternehmen an, wo er weiterhin als Verwaltungsratspräsident tätig ist. Im Gegensatz zu vielen Tech-Größen äußert sich Hastings selten politisch. Seine Kollegen im Silicon Valley neigen vermehrt zur Unterstützung von Trump, während Hastings einen anderen Weg wählt.
Netflix zeichnet sich durch eine hohe Leistungskultur aus und bietet Topgehälter an. Die hohen Lebenshaltungskosten in Los Gatos, dem Firmensitz, machen das Gebiet exklusiv für Superreiche.
Hastings engagiert sich stark im Bildungssektor, besonders für Charter Schools, die als private Schulen durch Steuergelder finanziert werden und umstritten sind. Sein Einstieg ins Skigeschäft mit dem Kauf von Powder Mountain – das größte Skigebiet in den USA – sorgte ebenfalls für Diskussionen, da er große Teile des Gebiets für Hausbesitzer reservieren möchte.
Hastings’ Einfluss auf Medienkonsum und Gesellschaft bleibt unvergessen.