Nach dem Brand in Crans-Montana berichten die Suva-Rehabilitationszentren Bellikon und Sion von Erfolgen bei der Behandlung der Verletzten. Bisher konnten 16 Patienten entlassen werden, die nun weitgehend ihren Alltag wieder aufnehmen können. Dennoch gibt es nach wie vor Herausforderungen für diese Menschen, so Gianni Roberto Rossi, Geschäftsführer der Suva-Kliniken.
Gianni Roberto Rossi ist seit Juli 2018 CEO der Reha-Klinik Bellikon. Er besitzt einen Executive Master in Business Administration von der Universität Zürich und einen Master in Innovation und Management in öffentlichen Verwaltungen von der Universität Tor Vergata in Rom, wo er 2013 auch seinen Doktorgrad erlangte.
Im Interview mit SRF News erklärt Rossi: Der Betrieb in Bellikon, insbesondere im Hinblick auf die Rehabilitation der Brandopfer aus Crans-Montana, verläuft nach Plan. Die im Januar eingeführten Massnahmen zur Erhöhung der Ressourcen zeigen Wirkung und ermöglichen es uns, alle benötigenden Patienten zu versorgen.
Die Hauptziele der Rehabilitation sind die Wiederherstellung beeinträchtigter Funktionen nach Unfällen oder Krankheiten sowie die erfolgreiche Rückkehr in Gesellschaft, Familie, Berufsschule oder Lehre. Daher wird angestrebt, Patienten ohne medizinische Gegenindikationen vorrangig in Sion zu behandeln – nahe ihrer Familien.
Was den Zustand der eingelieferten Patienten angeht, waren die ersten Welle an Verletzten meist leichte bis mittelschwere Fälle mit bis zu 30 Prozent Körperverbrennung. Sie sind größtenteils bereits entlassen worden. Derzeit konzentrieren wir uns auf schwerere Fälle mit über 40 Prozent Verbrennungen, deren individuelle Bedingungen stark variieren können. Gemeinsam ist allen die Bewältigung des erlebten Traumas sowie persönliche Herausforderungen im Privatleben. Besonders bei jüngeren Betroffenen spielen Schule und Ausbildung eine wichtige Rolle.
Beim Verlassen der Klinik bleiben Hürden bestehen, doch Rückkehr in den Alltag ist möglich. Die Unterstützung durch die Familie spielt dabei eine entscheidende Rolle und wir bieten weiterhin ambulante Behandlungen oder Therapien vor Ort an.
Die Dauer der Betreuung hängt vom Schweregrad der Verletzungen ab. Schwer verletzte Patienten benötigen mehr Zeit in spezialisierten Zentren, bevor sie zu uns kommen und oft längere Aufenthalte haben. Je nach Fall kann die Suva-Klinik auch bis 2027 Betroffene aus Crans-Montana betreuen.
Das Gespräch führte Nina Köpfer.
SRF 4 News, 17.04.2026, 18 Uhr.