Der Schutz von Jugendlichen im Internet bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema, insbesondere hinsichtlich der Altersverifikation. Das einfache Anklicken einer Bestätigungsmeldung wie «Ja, ich bin über 18» reicht oft aus. Frankreich sucht nach innovativen Lösungen für dieses Problem und setzt dabei auf eine Technologie, die Privatsphäre schont. Die Entwicklung stammt vom französischen Start-up Needemand, das mit «Borderage» eine Methode zur Altersverifikation mittels Handbewegungen entwickelt hat. Diese Lösung, die auf wissenschaftlichen Untersuchungen der 1990er-Jahre basiert, wird bereits von diversen Plattformen genutzt. Jean-Michel Polit, operativer Geschäftsführer des Unternehmens, betont: «Es mag paradox erscheinen, aber es handelt sich um eine wissenschaftlich fundierte Technologie.» Der Algorithmus analysiert Handgesten und bestimmt das Alter mit einer Trefferquote von rund 98 Prozent. Das System ist momentan auf Altersprüfungen ab 18 Jahren ausgelegt, soll jedoch in naher Zukunft auch für 15- und 16-Jährige angepasst werden. Diese Innovation wird besonders im politischen Kontext Frankreichs wichtig betrachtet, wo ein Gesetz zur Einschränkung des Zugangs zu sozialen Netzwerken für Minderjährige diskutiert wird. Needemand arbeitet mit großen Playern wie Google, TikTok und Meta zusammen. Die datenschutzfreundliche Natur von «Borderage» hebt sie von anderen Verfahren ab, die oft das Gesicht oder persönliche Daten verlangen. Guido Berger, SRF-Digitalredaktor, erkennt den Vorteil dieser Technologie an: «Die Hand ist weniger problematisch als das Gesicht in Bezug auf Datenschutz». Dennoch gibt er zu bedenken, dass keine Methode vollständig sicher sein kann. Das Team um Driss Benchakroune arbeitet bereits an einem zusätzlichen Produkt, das auch Grenzfälle absichern soll. «Unser Ziel ist es, die Welt davon zu überzeugen, dass anonyme Altersverifikation möglich ist», so Benchakroune.