Die Stadtbibliothek Luzern hat sich vom traditionellen Medienhaus zu einem lebendigen Begegnungsort entwickelt und nähert sich nun an ihre Kapazitätsgrenzen. Ein geplantes Millionenprojekt soll diese Transformation fortsetzen, indem die Bibliothek zu einem offenen Treffpunkt für alle erweitert wird.
In den vergangenen Jahren ist es der Stadtbibliothek gelungen, mehr als nur ein Ort zum Ausleihen von Medien zu sein. Sie hat sich zu einem zentralen Veranstaltungs- und Begegnungsort entwickelt. Tobias Schelling, Leiter der Bibliothek, berichtet von einer wachsenden Beliebtheit unter den Nutzern.
Um dem Platzmangel entgegenzuwirken, plant die Stadt Luzern, die Stadtbibliothek zu erweitern. Im Rahmen dieses Vorhabens soll die 300 Quadratmeter große Erdgeschossfläche im Bourbaki-Areal übernommen werden. Zudem ist eine Ausweitung der bestehenden Bibliotheksflächen geplant. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 9,9 Millionen Franken.
Die Pläne basieren auf einem Vorstoss von Mario Stübi (SP) und Mirjam Fries (Mitte), der im April 2024 eingereicht wurde. In ihrem Postulat forderten sie den Stadtrat dazu auf, die Raumnot zu beheben und die Sichtbarkeit der Bibliothek zu erhöhen. Den Anstoß gab der Wegzug des Uhrengeschäfts Swiss Lion aus dem Erdgeschoss des Bourbaki-Areals.
Patrick Deicher, Präsident der Stiftung Bourbaki Panorama, begrüßte den Erwerb des Erdgeschosses durch die Stadt. «Eine kommerziell genutzte Fläche kann nun einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen», sagte er auf der Medienkonferenz.
Die Stadt plant mit dem Ausbau nicht nur eine Vergrößerung, sondern auch eine Neuausrichtung der Bibliothek: «Mit einer Erweiterung am jetzigen Standort sollen sich die Stadtbibliothek und das gesamte Bourbaki-Panorama zu einem teilhabeorientierten Medien-, Kultur- und Begegnungsort entwickeln», so die Stadt in einem Antrag.
Tobias Schelling betonte, dass Bibliotheken heutzutage als zentrale Begegnungsorte fungieren. «Bibliotheken wurden immer wieder totgesagt», doch seit der Ausweitung ihres Angebots auf Veranstaltungen und Wissensvermittlung sei die Nachfrage gestiegen.
Patrick Züsli, Stadtpräsident von Luzern, ergänzte, dass solche Treffpunkte in Zeiten zunehmender Digitalisierung wichtig seien. Die Planung des Projekts übernimmt die FA Sigrist Schweizer Architekten AG, welche für das Erdgeschoss einen Aufenthalts- und Medienbereich vorsieht. Ebenso soll die Umweltberatung dort präsenter werden.
Auf den bestehenden Flächen sind ein Kinder- und Familienbereich sowie Räume für Jugendliche geplant. Die Stadt rechnet damit, dass alle Formalitäten im zweiten Quartal 2027 abgeschlossen sind, um mit dem Umbau zu beginnen und die Eröffnung im zweiten Quartal 2028 zu planen.
Die Betriebskosten der Bibliothek werden nach dem Ausbau aufgrund der zusätzlichen Fläche und des erweiterten Personals ansteigen. Der Stadtrat beantragt daher einen Kredit von rund 9,9 Millionen Franken.