Die Bundesbeschaffung der Kampfjets F-35A hat zu Bedenken hinsichtlich ihrer Lautstärke geführt, da sie beim Start um drei Dezibel lauter sind als die bisherigen Schweizer Militärmaschinen. Diese Differenz liegt an der Wahrnehmungsgrenze, wie Bruno Locher vom Generalsekretariat des VBS bei der Vorstellung des Stationierungskonzepts erklärte. Ab 2028 sollen diese Jets in Payerne und ab 2030 in Meiringen stationiert werden.
Laut Fluglärmberechnungen der Empa überschreiten die Lärmpegel an bestimmten Orten die Schutzgrenzwerte, weshalb Gegenmassnahmen notwendig sind. Eine solche Massnahme ist das Reduzieren und Beschränken von Flugbewegungen durch vermehrte Nutzung von Simulationsflügen.
“Dies zeigt unser Engagement zur Entlastung der betroffenen Anwohner”, erläuterte Marcel Mühlethaler, Oberst im Generalstab. Die Luftwaffe plant bei den Ab- und Anflugrouten ähnlich wie beim F/A-18 darauf zu achten, dicht besiedelte Gebiete zu meiden.
Die Flugaktivitäten sollen über das Jahr verteilt auf 38 Wochen in Payerne und Meiringen bzw. 34 Wochen in Emmen begrenzt werden, mit einer Ausnahme an Freitagnachmittagen und Montagmorgen. Mühlethaler betonte jedoch, dass diese Beschränkungen bei erhöhten Spannungen oder bewaffneten Konflikten nicht gelten würden.
Des Weiteren sind Schallschutzfenster für Anwohner im definierten Einflussbereich vorgesehen. Das VBS plant, 30 Millionen Franken des Verpflichtungskredits vor allem in Emmen zu investieren, wo die meisten Gebäude noch keine entsprechenden Fenster haben.
“Die Bevölkerung hat nun die Möglichkeit, sich zum Sachplan zu äussern und im rechtlichen Verfahren Einspruch einzulegen”, fügte Locher hinzu. Nach der öffentlichen Auflage (18.5. bis 17.6.2026) wird das Generalsekretariat des VBS über die Betriebsregelungen entscheiden, einschließlich der Bedingungen, unter denen Lärmgrenzwerte im öffentlichen Interesse überschritten werden dürfen.