Isabelle Dahinden berichtet über eine Frau, die mit ihrem Sohn seit Monaten in einem Hotel lebt – finanziert durch staatliche Mittel. Obwohl es eine günstigere Wohnung gibt, verweigert der Sozialdienst diese Option als zu teuer. Ein Bericht des Ombudsbüros im Kanton Zug zeigt einen Anstieg solcher Fälle. Die Frau, die nach einer polizeilichen Räumung aus ihrer Wohnung floh, wohnt seitdem mit ihrem 18-jährigen Sohn in einem Hotelzimmer in Goldau. Eine mögliche neue Bleibe bietet drei Zimmer für 3500 Franken Miete, wurde jedoch vom Sozialdienst abgelehnt. Der monatliche Aufenthalt im Hotel beläuft sich auf rund 5500 Franken – eine teurere Variante, die dennoch als alternativlos gilt. Laut Ombudsfrau des Kantons Zug häufen sich derartige Fälle: Sozialdienste müssen immer öfter Menschen in Hotels unterbringen, da bezahlbarer Wohnraum und Notunterkünfte fehlen. Trotz hoher Kosten bleibt die reguläre Wohnung unzugänglich, da eine Miete von 3500 Franken rechtlich als kaum vertretbar gilt. Der Ombudsbericht betont den Ermessensspielraum, der Sozialdienste dazu bringt, teurere Hotelunterkünfte zu nutzen. Konflikte eskalieren besonders in existenziellen Notlagen, wie auch weitere Beispiele im Bericht zeigen: eine krebskranke Frau ohne Hospizplatz und ein beeinträchtigter Mann ohne passende Unterbringung. Im Jahr 2025 wurden der Ombudsstelle 169 Fälle gemeldet – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Häufig betreffen diese Beschwerden kantonale Stellen oder Gemeinden, insbesondere im Bereich Sozialamt und Gesundheitsdirektion. Auf kommunaler Ebene stehen Schulthemen oft im Vordergrund. Während viele Fälle durch Beratung gelöst werden können, stoßen strukturelle Probleme wie Wohnungsnot an ihre Grenzen. Der Ombudsbericht des Kantons Zug dokumentiert diese Herausforderungen detailliert.