Die USA erwägen eine wesentliche Änderung im Bereich der Berichterstattung: Die bisher verpflichtende Veröffentlichung von Quartalszahlen soll abgeschafft werden, und Unternehmen sollen diese freiwillig vorlegen. Diese Initiative wird von der Trump-Regierung unterstützt und orientiert sich am Schweizer Modell, das seit jeher keine solche Pflicht kennt.
Bereits in seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump die Idee einer Reduzierung der Berichterstattungsfrequenz vorgeschlagen. Kürzlich betonte er auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social, dass ein Wechsel zu halbjährlichen Berichten den Managern ermögliche, sich stärker auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren und gleichzeitig Kosten einzusparen.
In den USA ist die Quartalsberichterstattung seit den 1970er Jahren verpflichtend. Diese Regelung wird jedoch zunehmend kritisiert, da sie bei Managern eine Kurzfristorientierung fördere und für kleinere Firmen hohe Kosten bedeute. Die Zahl der an amerikanischen Börsen notierten Unternehmen ist seit 2000 von rund 7500 auf etwa 4000 gesunken.
Im Gegensatz dazu haben die EU und das Vereinigte Königreich ihre Vorschriften bereits gelockert, indem sie die Quartalsberichtspflicht in den Jahren 2013/14 abschafften. Die Schweiz hingegen hat nie eine solche Pflicht eingeführt.
Die Erfahrungen der Schweizer Unternehmen zeigen, dass selbst ohne gesetzliche Vorgaben viele Firmen freiwillig Quartalszahlen veröffentlichen. So präsentieren beispielsweise die grössten Konzerne im Börsenindex SMI fast regelmässig ihre Geschäftszahlen.
Mittelgrosse Unternehmen, wie Nahrungsmittelhersteller Emmi und Lindt & Sprüngli, beschränken sich auf Halbjahresberichte. Trotz der Freiheiten müssen sie dennoch relevante Ereignisse zeitnah mitteilen.
Das Schweizer Modell verdeutlicht, dass Unternehmen die Flexibilität nutzen, um ihre Berichterstattung an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Während Quartalsberichte zu höheren Kosten führen und möglicherweise eine kurzfristige Unternehmensführung fördern, bieten sie Investoren detailliertere Informationen.
Studien zeigen, dass regelmässige Berichterstattung die Marktliquidität verbessert und tiefere Kapitalkosten zur Folge haben kann. Trotzdem wird erwartet, dass viele US-Firmen weiterhin Quartalsberichte veröffentlichen werden, da diese Praxis tief in der Unternehmenskultur verwurzelt ist.
Die SEC könnte mit einem liberaleren Ansatz die Bedürfnisse kleinerer Unternehmen besser berücksichtigen und ihnen ermöglichen, nur halbjährlich zu berichten. Dieses Modell hat sich in der Schweiz als erfolgreich erwiesen.