Nach dem Sturz von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hegen linke Kreise die Hoffnung auf einen ähnlichen politischen Wandel in den USA. Doch ob sich die Demokraten davon inspirieren lassen können, bleibt fraglich.
Der beeindruckende Wahlsieg der ungarischen Opposition unter Peter Magyar bietet eine bedeutende Chance für das Land. Er verspricht ein Ende des Machtmissbrauchs und der Korruption, welche während Orbans sechzehnjähriger Regierungszeit herrschten.
Diese Versprechungen haben international optimistische Hoffnungen geweckt. Der Erfolg von Magyars politisch unerfahrenem Team wird oft als Blaupause für den Kampf gegen Donald Trump in den USA angesehen.
Orban und Trump teilen mehrere Charakteristika: Beide fördern eine nationalkonservative Politik, die den Staat stärken und internationale Verpflichtungen schwächen soll. Sie sind eng mit Russlands Wladimir Putin verbunden und halten kritische Distanz zu westlichen Allianzen wie der EU oder NATO.
Kann Magyars Erfolg nun als Anleitung für die Demokraten dienen, um Trumps Republikaner bei den nächsten Wahlen zu schlagen?
Es ist wichtig, die Parallelen nicht zu überschätzen. Der Triumph von Magyar erlaubt zwar bedeutende Änderungen in Ungarn. Mit 70 Prozent der Parlamentssitze kann er die Verfassung nach Belieben ändern. Doch eine geringere Mehrheit hätte ihn daran gehindert, da Orban das politische System geschickt blockiert hat.
Im Gegensatz dazu ist Trump durch eine unveränderte Verfassung eingeschränkt und kann nicht so weit gehen wie Orban. Die Demokraten benötigen keine gewaltige Umgestaltung der Regierungsstrukturen; es genügt, attraktive Politik zu machen.
Drei lehrreiche Punkte aus Magyars Wahlkampf:
1. **Keine Weltpolitik:** Während Orban versuchte, mit internationalen Bedrohungen von inländischen Problemen abzulenken, konzentrierte sich Magyar auf nationale Belange und vermied Provokationen.
2. **Kein Kulturkampf:** Im Gegensatz zu Orbans und Trumps Strategie des Kulturkampfs, die das Land spalten, fokussierte sich Magyar auf alltägliche Sorgen der Bürger.
3. **Fokus Wirtschaft:** Magyars Hervorhebung wirtschaftlicher Probleme wie Inflation und Infrastrukturverschlechterung zeigte den wahren Schaden von Orbans Politik auf.
Die Prioritäten der US-Wähler, die auch Wirtschaft und Lebensstandard umfassen, könnten die Republikaner unter Druck setzen. Doch es bleibt fraglich, ob die Demokraten diese Chancen nutzen werden oder weiterhin in kulturelle Debatten verstrickt bleiben.