Was früher typischerweise Mitte April geschah, plagt Betroffene bereits seit Februar. Die Blüte der Birke startete einen Monat früher als in den vergangenen Jahrzehnten – ein klares Zeichen für das sich verändernde Klima. Laut Studien von der Universität Augsburg werden Pollen zudem aggressiver, was das Leben für Menschen mit Heuschnupfen zunehmend erschwert. Andrea Fischli von der SRF Wissenschaftsredaktion erklärt die Hintergründe.
Andrea Fischli ist Genetikerin und seit 1995 in der Wissensabteilung bei SRF tätig, wo sie Themen rund um Gene in medizinischer Forschung, Archäologie, Forensik sowie Gentechnik bearbeitet. Die Forschungen zeigen: In städtischen Gebieten sind Birkenpollen aggressiver als auf dem Land, da Pflanzen dort mit mehr Schadstoffen konfrontiert sind. Um sich gegen diese Schadstoffe zu verteidigen, produzieren die Pflanzen spezielle Eiweisse, die bei Allergikern stärkere Reaktionen hervorrufen.
Besonders problematisch wird es, wenn Pollen sowohl klein als auch hochallergisch sind – beides trifft auf Ambrosia zu. Diese aus Nordamerika stammende Pflanze blüht im August und ihre kleinen gelben Pollen lösen starke allergische Reaktionen aus.
Die Klimaerwärmung verlängert die Pollensaison, sodass wir mehr Pollen ausgesetzt sind. CO₂ in der Luft fördert das Wachstum von Pflanzen, was zu einer höheren Produktion von Pollen führt und die Symptome verstärken kann.
Zusätzlich können Luftschadstoffe die Nasenschleimhaut angreifen, wodurch unser Schutzmechanismus gegen Pollen geschwächt wird. Um sich besser zu schützen, empfiehlt es sich, seine Allergien testen zu lassen und sich über aktuelle Pollenkonzentrationen zu informieren. Vor dem Verlassen des Hauses sollte man die Pollenbelastung prüfen und nach einem Ausflug vorsorglich die Haare waschen und Kleidung wechseln.
Medikamente wie Antihistaminika oder Kortison sowie Desensibilisierungstherapien bieten Linderung. Auch Masken und Sonnenbrillen können im Freien helfen, den Kontakt mit Pollen zu reduzieren.