Ein hochdruckgeprägter April mit wenig Niederschlag hat die Schweiz im April heimgesucht. In einigen Regionen verzeichnete man den niedrigsten Niederschlag seit Beginn der Messungen. Durchschnittlich fielen in der gesamten Schweiz nur 27 Prozent des Referenzwerts von 1991 bis 2020, wie Meteoschweiz am Freitag berichtete. Die Tage mit über einem Millimeter Regen waren so selten, dass man sie “praktisch an einer Hand abzählen” konnte.
Damit rangiert der April laut Meteoschweiz auf dem vierten Platz der niederschlagsärmsten Monate seit 1864 und war besonders im westlichen und östlichen Alpennordhang am trockensten. Über das Messnetz hinweg erreichten mehr als 80 Stationen ein neues Rekordminimum an Aprilniederschlag, wobei an über 20 Standorten weniger als zehn Millimeter fielen. Dies betraf Orte wie das Berner Oberland und den Kanton Graubünden sowie die Region zwischen Zofingen und Aarau.
Trotz der Niederschlagsarmut bedeutet dies nicht automatisch Trockenheit, so Meteoschweiz weiter. Faktoren wie die Vorgeschichte über mehrere Monate, Wasserstände in Flüssen und Seen, Grundwasserspiegel, Bodenfeuchte und Vegetationszustand sind entscheidend. Seit der letzten Aprilwoche sprechen Experten jedoch von echter Trockenheit.
Nicht nur beim Niederschlag setzte sich dieser April mit Rekorden durch: Statt Regen gab es viel Sonne, wobei die Sonnenscheindauer zwischen 130 und 155 Prozent des Referenzwerts von 1991 bis 2020 lag. In Pully im Waadtland wurde sogar ein neuer Sonnenrekord verzeichnet mit 284,4 Stunden, was rund drei Wochen voller Sonnenschein entspricht – der alte Rekord aus dem Jahr 1938 lag bei 283,5 Stunden.