Nach einem terror-motivierten Vorfall in London hat die Regierung die Terrorwarnstufe auf “severe” (schwer) erhöht. Dies ist das erste Mal seit November 2021, wie PA berichtet. Der Londoner Polizeichef Mark Rowley äusserte im Times Radio seine Besorgnis über eine «beinahe pandemische Ausbreitung von Antisemitismus in der Gesellschaft». Innenministerin Shabana Mahmood betonte: «Viele, insbesondere die jüdische Gemeinschaft, werden sich sorgen.» Die Regierung will gegen Antisemitismus vorgehen und ruft zur Wachsamkeit im Alltag auf.
In Golders Green wurden zwei Männer jüdischen Glaubens, 76 und 34 Jahre alt, niedergestochen; sie sind stabilen Zustands. Ein 45-jähriger Mann wurde festgenommen, laut Polizei ein in Somalia geborener Brite. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen.
Das Innenministerium bestätigte, dass die Warnstufe zwar infolge des Angriffs erhöht wurde, jedoch schon länger steigende Bedrohungen durch islamistische und rechtsextreme Gruppen vorlagen. Der unabhängige Joint Terrorism Analysis Centre legt die Stufen fest.
Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis kritisierte bei der BBC eine zunehmende Normalisierung des Antisemitismus, den es ernster zu nehmen gelte. Die regelmässigen propalästinensischen Demonstrationen in Grossbritannien sind ein weiteres Thema.
In den letzten Wochen gab es mehrere antisemitische Angriffe, darunter Brandanschläge Ende März auf Hatzola-Krankenwagen in Golders Green. Diese wurden nicht als Terrorakte eingestuft.
Die islamistische Gruppierung Ashab al-Jamin bekannte sich zu den Vorfällen. Sie tauchte erstmals im Konflikt zwischen USA, Israel und Iran auf und soll Anschläge in Europa verübt haben; ihre Existenz ist jedoch ungewiss. Es gibt Hinweise auf Verbindungen zum Iran.
Die iranische Botschaft in London wies jede Verwicklung zurück, die Vorwürfe seien unbegründet und dienten politischen Interessen, so PA.