Die Asiatische Tigermücke sticht tagsüber und wird durch ihre Nähe zum Menschen problematisch, da sie potenziell Viren übertragen kann. Seit mehr als zwei Jahrzehnten setzt die italienische Schweiz Maßnahmen gegen ihre Ausbreitung um. Eleonora Flacio vom Institut für Mikrobiologie der Fachhochschule der italienischsprachigen Schweiz bestätigt, dass sich die Situation im Tessin stabilisiert habe: “Die Tigermücke ist zwar vorhanden, aber wir haben sie relativ gut unter Kontrolle.” Dies sei vor allem auf das wachsende Bewusstsein und die Umsetzung von Empfehlungen durch die Bevölkerung zurückzuführen, so Flacio gegenüber dem RSI.
Neu wird seit diesem Jahr auch im schulischen Bereich präventiv gearbeitet. Das Bildungsdepartement hat ein Arbeitsheft entwickelt: “Die Tigermücke fliegt in die Schule”, das Lehrkräfte aller Stufen unterstützen soll. Es enthält Experimente, Feldbeobachtungen und Datenanalysen, um Schüler aktiv einzubeziehen.
Besonders effektiv ist es, die Mücken bei den Larven und Brutstätten zu bekämpfen. Die Schüler lernen, Orte mit Eiablagen der Mücke zu identifizieren und durch Laboranalysen sowie die Zucht steriler Männchen zur Populationseinschränkung beizutragen.
Flacio betont: “Die Schulen sind die Zukunft.” Kinder seien oft aufmerksamer als Erwachsene und könnten Wissen effektiv verbreiten. Lehrer Stefano Peduzzi, Mitautor des Arbeitshefts, sieht ebenfalls Potenzial darin, dass Schüler das erworbene Wissen in ihre Familien tragen, was den Bildungsprozess vervollständigt.
Die im Heft vorgeschlagenen Aktivitäten wurden bereits erfolgreich in mehreren Klassen getestet. Die Umsetzung zeigt positive Ergebnisse und dient als Resonanzraum für die Verbreitung wissenschaftlichen Wissens in der Gesellschaft, wie vom RSI am 30.04.2026 berichtet.