Ein Fall von Entführung in Zürcher Oberland hat die Aufmerksamkeit der Behörden auf die Szene der Staatsverweigerer gelenkt. Am Abend des 13. Februars 2025 gelingt es einem 64-jährigen Mechaniker, einen Gemeindemitarbeiter mit vorgehaltener Waffe in dessen Auto zu zwingen und zu entführen. Der Mitarbeiter kann jedoch fliehen. Wenige Wochen später wird der Verdächtige in Hittnau festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Zürich erhob Anklage wegen Freiheitsberaubung, Entführung, Verstößen gegen das Waffengesetz und strafbarer Vorbereitungshandlungen zu Mord.
Josef Hirz, der Beschuldigte, hat offensichtlich „planmässige konkrete Vorkehrungen zur Tötung des Opfers“ getroffen. Er befindet sich seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft und ist teilweise geständig. Die Waffe war geladen, als er den Gemeindemitarbeiter bedrohte.
Die Ermittlungen ergaben weiterhin, dass Hirz möglicherweise zwei anonyme Drohschreiben an seine Wohngemeinde verfasst hat. Er geriet ab 2020 in Konflikt mit verschiedenen Ämtern, einschließlich des Betreibungsamts Pfäffikon.
Ein ehemals erfolgreicher Mechaniker aus dem Zürcher Oberland und bekannt für seinen Umweltgedanken, wendete sich während der Pandemie ab. Er und seine Partnerin verließen den lokalen Gewerbeverein ohne Angabe von Gründen. Seit einem Jahr zahlt er keine Steuern mehr und ignoriert Betreibungen.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine mehrjährige Haftstrafe für ihn. Der Prozess wird sich mit seiner Radikalisierung befassen, die in der Entführung gipfelte.
Nach diesem Vorfall beobachtet der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) nun verstärkt die Szene der Staatsverweigerer, um mögliche gewalttätige Strukturen zu identifizieren. In Deutschland schätzt man die Zahl auf rund 25.000 Personen; in der Schweiz gibt es noch keine genaue Zählung.
Thomas Winkler vom Verband der Betreibungsbeamten äußert sich besorgt über eine Radikalisierung innerhalb der Szene, obwohl Ämter gut geschützt sind und Sicherheitskonzepte existieren. Dennoch bleiben Hausbesuche und das Verlassen des Amtes problematisch.