Der Tech-Milliardär Elon Musk zeigt erneut seine Vorliebe für die Schweizer Natur. Kürzlich teilte er ein Video auf X, das von James Lucas, einem italienischen Blogger, gemacht wurde und die Schönheit von Lauterbrunnen hervorhebt. Obwohl Musk keine Kommentare hinterließ, deutet sein Teilen darauf hin, dass ihm diese Region gefällt – ähnlich wie bereits im Vorjahr.
Musk, dessen Aktivitäten oft viral gehen, veröffentlichte ein Video mit dem Staubbachfall als Hauptattraktion. Es wurde seitdem über 50 Millionen Mal angesehen und betonte erneut die Popularität des Wasserfalls als «instagrammable» Sehenswürdigkeit.
Zwar begrüßten Einwohner von Lauterbrunnen früher solche Gratiswerbung, doch heutzutage sind die Gefühle gemischt. Karl Näpflin, der Gemeindepräsident, äußerte sich in der «Berner Zeitung» positiv über die Werbewirkung, warnte jedoch vor den Herausforderungen durch den plötzlichen Anstieg des Tourismus, verstärkt durch soziale Medien. Trotz Unterstützung sei es schwierig, das Lauterbrunnental lebenswert zu halten.
Näpflin empfiehlt Besuchern, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und die Umwelt zu respektieren. Doch trotz dieser Bemühungen gilt Lauterbrunnen zusammen mit Luzern, Interlaken und Grindelwald als Hotspot des Overtourism, was bei Einheimischen Unzufriedenheit schürt.
Eine jüngste Umfrage in Grindelwald zeigt: 30 Prozent der Dorfbewohner lehnen Tourismus grundsätzlich ab; 39 Prozent finden das Besucheraufkommen zu hoch. Im Sommer wünschen sich sogar 89 Prozent weniger Touristen. Hohe Mieten und Immobilienpreise sowie die Überlastung der Infrastruktur sind weitere Kritikpunkte.
Besonders stören sich Einheimische an respektlosem Verhalten von Besuchern, wie Eindringen in Privatgärten nahe des Staubbachfalls. Seit Sommer 2024 fordert Lauterbrunnen mehr Rücksicht durch Schilder auf. Ähnliche Maßnahmen ergreift die Gemeinde Lungern mit Stoppschildern gegen unerwünschtes Fotografieren und Drohnenstarts, nach Belästigungsvorfällen.
Der Einfluss solcher Aufrufe ist fraglich. Nach Musks Post könnte Lauterbrunnen einen neuen Besucheransturm erleben. Eine mögliche Lösung: die Einführung einer Eintrittsgebühr für den Staubbachfall, ähnlich wie in Iseltwald am Brienzersee. Dort profitieren Einheimische seit der Einführung eines Selfie-Pfennigs von asiatischen Touristen und könnten nun als Vorbild dienen.