Nach einer Analyse des Europäischen Patentamtes (EPA) in München ist die Schweiz das europaweit innovative Land Nummer eins. Im letzten Jahr wurden hierzulande beeindruckende 9914 Patente angemeldet, was pro Kopf den Spitzenplatz bedeutet. Hier sind fünf bemerkenswerte Erkenntnisse aus der Statistik. Roche dominiert die Liste schweizerischer Patentanmeldungen mit 681 Einreichungen beim EPA. Zum Vergleich: Novartis meldete lediglich 94 Patente an. Roche kann eine breite Palette von Innovationen vorzeigen, da das Unternehmen neben Medikamenten auch Laborgeräte für Diagnostik entwickelt, die unter anderem Blutproben analysieren – ein Bereich, in dem Novartis nicht tätig ist. Auch zwei Zigarettenhersteller, Philip Morris International und Japan Tobacco International, stachen hervor: Zusammen meldeten sie aus der Schweiz über 1000 Patente an, was zehn Prozent aller schweizerischen Patentanmeldungen ausmacht. Luisa Biegmann, Sprecherin von Philip Morris, betont das Engagement des Unternehmens mit Investitionen in Höhe von mehr als 14 Milliarden Dollar seit 2008 für rauchfreie Produkte. Ein Großteil der Forschung findet im Neuenburger Hauptsitz statt, wo rund 1500 Mitarbeiter beschäftigt sind. Japan Tobacco International (JTI) in Genf plant bis 2028 globale Investitionen von fast vier Milliarden Franken und konzentriert sich dabei auf Tabakerhitzer. Diese Technologien erfordern komplexe Entwicklungen in Elektronik, Materialwissenschaft, Chemie sowie Batterie- und Softwaretechnologie. Darüber hinaus verzeichnen globale Konzerne wie TE Connectivity mit Sitz in Schaffhausen zahlreiche Patente. Mit 93’000 Beschäftigten weltweit reicht das Unternehmen aus der Schweiz 180 Patente ein, was es auf Platz neun bringt. Auch kleinere Firmen zeigen Innovationsstärke: Wonderland Switzerland aus Zug meldet Patente für Produkte wie Kinderwagen und Autositze an, insbesondere im Bereich Kindersicherheit in Fahrzeugen. Diese Innovationen tragen dazu bei, dass der Kanton Zug als innovativ gilt. Ilja Rudyk vom Europäischen Patentamt hebt hervor: “Patente sind ein Maßstab für die Innovationskraft eines Landes.” Die Schweiz sticht mit einer vielfältigen Palette von Patentreichen aus unterschiedlichen Branchen heraus. Pro Million Einwohner meldet sie nahezu 1100 Patente an, gefolgt von Finnland und Schweden. Rudyk betont, dass die Schweiz über ein gesundes Innovationsökosystem verfüge.