Zwei Monate nach der Verhaftung von Präsident Maduro herrscht in Venezuela weiterhin Angst vor Repression. Die Pläne der Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez sind ungewiss, was die Opposition einschüchtert. In den Strassen ist zwar keine aktive Überwachung mehr spürbar, aber viele Bürger nutzen verschlüsselte Kommunikation, um sich abzusichern. Noch immer gibt es über 500 politische Gefangene. Die Drohungen des Regimes hindern die Opposition daran, sich zu organisieren oder aktiv aufzutreten. Ein bekannter Studentenführer, der anonym bleiben möchte, betont die Notwendigkeit einer inneren Vernetzung in der Opposition. Trotz seiner Unterstützung für Trumps Militäraktion kritisiert er das Scheitern Venezuelas, eigene Lösungen zu finden. Viele ehemalige Abgeordnete und Oppositionelle zeigen sich angespannt und traumatisiert durch die gegenwärtigen Umstände. María Corina Machado, eine führende Oppositionspolitikerin, ist seit Dezember im Exil, nachdem sie den Friedensnobelpreis erhalten hatte. Sie hofft auf eine koordinierte Rückkehr in das Land, doch ihr Einfluss schwindet mit jedem Tag ihres Aufenthalts im Ausland. Washington und Caracas ringen um die Kontrolle über Venezuelas Zukunft, wobei die Opposition kaum eine Rolle spielt. Henrique Capriles, ein langjähriger Führer der Opposition, hält sich für fähig zur Rückkehr in politische Ämter trotz Kritik von einigen Seiten wegen seiner Teilnahme an manipulierten Wahlen. Capriles betont die Notwendigkeit, mit den vorhandenen demokratischen Mitteln zu arbeiten. Er sieht eine langfristige Perspektive für Neuwahlen erst nach institutionellen Reformen und wirtschaftlicher Stabilisierung. León Jurado, Bürgermeister von San Diego, teilt diese Skepsis und betont die Notwendigkeit einer tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Erholung. Die Opposition sieht sich mit dem Problem konfrontiert, dass Vertrauen in den Prozess der Demokratisierung aufgebaut werden muss. Capriles äußert sich optimistisch über Möglichkeiten im politischen Spiel: “In der Politik gibt es immer mehr als eine Chance.”