Der 35-jährige Michailo Fedorow, derzeitiger ukrainischer Verteidigungsminister und ehemaliger Digitalisierungsminister, verfolgt eine Strategie zur Steigerung der Effizienz im Staat und Militär durch technologischen Fortschritt. Seit seinem Amtsantritt im Januar durch Präsident Wolodimir Selenski hat sich Fedorow mit seinen innovativen Ansätzen bereits bewährt. So konnten die ukrainischen Streitkräfte erstmals seit zwei Jahren mehr Gebiet zurückerobern, nachdem Russland zuvor einen Großteil des Territoriums besetzt hatte.
Obwohl ein Verteidigungsminister nicht direkt an der Front involviert ist, trug Fedorow maßgeblich zum Erfolg bei. Sein besonderer Draht zu Elon Musk und dessen Unternehmen SpaceX spielte dabei eine entscheidende Rolle. Die ukrainischen Streitkräfte setzen auf das satellitengestützte Kommunikationssystem Starlink, um überall im Land stabile Internetverbindungen herzustellen – ein enormer Vorteil in einem koordinationsintensiven Konflikt.
Fedorow setzte sich erfolgreich dafür ein, die Nutzung von Starlink durch russische Truppen zu unterbinden. Nachdem Anzeichen für den heimlichen Einsatz des Systems durch Russland aufkamen, wandte er sich an Musk, der daraufhin nur noch Terminals zugunsten der Ukraine freischaltete. Dies trug wesentlich zum Chaos in den Reihen russischer Truppen bei und unterstützte die jüngsten militärischen Erfolge der Ukraine.
Fedorows Engagement für technologische Lösungen ist nicht neu: Schon nach dem russischen Überfall sicherte er als Chef des Digitalisierungsministeriums Starlink-Zugang für die Ukraine. Seine Verbindungen zu Tech-Innovatoren und seine erfolgreiche digitale Transformation der ukrainischen Verwaltung, darunter die App «Dija» zur Online-Verwaltung von Dokumenten und Zahlungen, zeugen von seinem Engagement.
Auch im Verteidigungsministerium plant Fedorow eine Modernisierung. Er will alle Drohneneinsätze zentral erfassen und auswerten sowie Rekrutierungsprozesse durch technologische Innovationen reformieren. Allerdings steht er vor Herausforderungen: Das bürokratische Ministerium ist träge, Korruption ein Problem, und die Rekrutierung von Soldaten gestaltet sich schwierig.
Fedorows Karriere zeigt deutlich, dass in der Ukraine technologische Überlegenheit zur Kompensation zahlenmäßiger Unterlegenheit notwendig ist. Seine Erfolgsbilanz im Digitalisierungsministerium und seine jüngsten Schritte im Verteidigungsressort unterstreichen sein Versprechen, datenbasiert die Effizienz zu steigern.