Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana waren die Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien stark belastet. Doch nun deutet sich eine Verbesserung an.
Diana Forte, die Chargée d’affaires der italienischen Botschaft in Bern, wird am Mittwoch in der Kirche Saint-Christophe einen Blumenkranz für die 41 Opfer niederlegen. Dies gab die Botschaft auf X bekannt und sieht es als ein Zeichen der Solidarität mit den Familien der Opfer.
Diese Geste scheint jedoch auch diplomatische Hintergründe zu haben. Nach einem Treffen zwischen italienischen Staatsanwälten und Behörden des Kantons Wallis vor einer Woche zeigt sich eine Verbesserung im Verhältnis zwischen Bern und Rom. Erste Berichte deuten auf die mögliche Rückkehr von Botschafter Gian Lorenzo Cornado am 1. April hin.
Die offizielle Bestätigung der Rückkehr steht noch aus, doch laut Aussagen in Rom könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Italien wieder regulär in Bern vertreten ist. Die kleine Zeremonie in Crans-Montana wird als diplomatisches Versöhnungssignal gesehen. Toni Ricciardi, schweizerisch-italienischer Abgeordneter und Präsident der Freunde-Gruppe der Schweiz im italienischen Parlament, äußerte sich optimistisch: «Ich habe das Gefühl, dass sich die Situation endlich auf eine Lösung zubewegt.»
Vom italienischen Aussenministerium gibt es noch keine offizielle Bestätigung. Ein Sprecher betonte jedoch ein positiveres Klima. Die Zusammenarbeit zwischen den Justizbehörden hat sich verbessert, insbesondere nach dem Treffen in Sitten, bei dem die Schweizer Ermittler mit der römischen Staatsanwaltschaft erstmals inhaltlich zusammenkamen.
Die italienischen Behörden durften Einsicht in die Untersuchungsakten des Kantons Wallis nehmen und zeigten Interesse an den Dokumenten, die von den Italienern angelegt wurden, einschließlich medizinischer Gutachten und Zeugenaussagen. Das Treffen wurde mit dem Schlagwort «reciprocità» – Gegenseitigkeit – beschrieben.
Es scheint unwahrscheinlich, dass eine gemeinsame Ermittlergruppe gebildet wird, doch die verstärkte Zusammenarbeit der Schweiz kommt den italienischen Wünschen nahe, was die Rückkehr des Botschafters wahrscheinlicher macht. So könnte ein diplomatisches Missverständnis, das mit dem Rückzug von Botschafter Cornado im Januar begann und zu Empörung in Italien führte, bald beendet werden.