Trotz US-Sanktionen tritt die Italienerin Francesca Albanese in Berlin auf. Im Angesicht ihrer radikalen Anhänger wirkt sie fast gemäßigt.
Der Abend mit der UNO-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese endet im Chaos. Wütende Zuschauer beschimpfen andere als Nazis und behaupten, Israel würde Palästinenser durch Hunde vergewaltigen lassen. Der Kinochef wird in eine Schlägerei hineingezogen.
Der Abend beginnt jedoch harmonisch. Im Foyer des Berliner Kinos “Babylon” duftet es nach Popcorn, junge Menschen mit Kufiya-Mützen strömen zum Saal, wo Albanese später spricht, ein Bier in der Hand. Italienisch und Englisch werden gesprochen. Vor dem Kino protestieren einige gegen ihren Auftritt, ihre Israel-Flaggen sind zu sehen. Ein Mann schüttelt den Kopf und sagt auf Englisch, er verstehe dies nicht.
Der Dokumentarfilm “Disunited Nations” des französischen Regisseurs Christophe Cotteret wird gezeigt. Er kritisiert die internationale Gemeinschaft für ihr völkerrechtliches Versagen im Umgang mit Israel. Der Film beginnt mit einem knappen Verweis auf das Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und springt dann zum verwüsteten Gazastreifen.
Das Narrativ eines Genozids durch Israel zieht sich durch den Film, dargestellt als unumstrittene Tatsache. Nur Stimmen, die Albaneses Linie unterstützen, kommen zu Wort. Die UNO-Sonderberichterstatterin behauptete kurz nach Beginn des Krieges im Gazastreifen Israels völkermörderische Absichten und wiederholte dies in Berichten als Anklage gegen die Weltgemeinschaft.
Im Film tritt Albanese oft auf. Sie wird als Opfer einer Schmierenkampagne gezeigt, die ihr Antisemitismus vorwirft. Tatsächlich hat Israel ihr seit Jahren die Einreise verweigert und die USA sie 2025 nach einem ihrer Berichte sanktioniert, wodurch sie nicht mehr in die USA einreisen kann.
Ihre radikalen Äußerungen sind vielfältig. Kürzlich sprach sie auf einer Konferenz des katarischen Senders al-Jazeera über Israel als “gemeinsamen Feind der Menschheit” und bezeichnete das Massaker vom 7. Oktober als “Reaktion auf die Unterdrückung durch Israel”.
Der Film zeichnet die Palästinenser als handlungsunfähig, während Israel gnadenlos Gewalt ausübt. Historische Fakten werden oft missinterpretiert, wie etwa der israelische Unabhängigkeitskrieg 1948 oder das Massaker eines Verwundeten im syrischen Yarmuk.
Worte scheinen für Albanese und Cotteret mehr magisch als beschreibend zu sein. Das Publikum klatscht frenetisch, als Albanese die Bühne betritt.
Ein Störgefühl entsteht, als Pro-Israel-Aktivisten um die FDP-Politikerin Karoline Preisler sitzen. Auf dem Podium schwankt Albanese zwischen Pathos und Aufrufen zum Widerstand. Eine Diskussion wird unterbrochen, als ein Besucher aus Israel von einem Terroristen geköpft wurde.
Albanese verurteilt das Massaker der Hamas vom 7. Oktober, um auf Israel zu sprechen zu kommen. Sie ruft: “Können wir aufhören, unseren Schmerz dazu zu verwenden, anderen Schmerz zuzufügen?”
Nach der Veranstaltung eskaliert die Situation. Ein Handgemenge entsteht um Timothy Grossman, den Kinochef, der versucht, seine Gäste zurückzuhalten und sie auseinanderzubringen.
Albanese feiert im Foyer bei ihren Anhängern ihren Geburtstag.