Seit dem Beginn des Konflikts in Nahost sind die Preise für Benzin und Diesel deutlich angestiegen. Während Autofahrer unter den höheren Kosten leiden, haben große Tankstellenketten ihre Gewinnspannen erhöht.
Der Preis für Benzin ist seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar um zwölf Prozent gestiegen, während Diesel sogar 22 Prozent teurer geworden ist. Grundsätzlich sind die Preise auf ländlichen Tankstellen günstiger als in Städten oder entlang von Hauptverkehrsstraßen und Autobahnen. Zudem sind bei größeren Ketten die Kosten höher.
Eine Auswertung des TCS aus dem Januar 2026, berichtet durch Nau.ch, zeigt, dass Benzin und Diesel besonders günstig in ländlichen Kantonen wie Jura und Baselland waren, während sie in Genf, der Stadt Zürich oder im Transitkanton Uri am teuersten waren.
Michael Knobel, Geschäftsführer von Etzelpark-Tankstellen, äußerte sich auf Tiktok kritisch: «Ein Skandal.» Bei seinen Tankstellen gebe es faire Preise, während viele andere Ketten gierige Preise verlangen würden.
Tatsächlich ist das Benzin bei Etzelpark etwa 20 Rappen pro Liter günstiger als bei größeren Ketten. Das bedeutet eine Ersparnis von zehn Franken bei einer Tankfüllung eines Autos mit einem 50-Liter-Tank.
die Frage nach den Ursachen bleibt: Warum sind die Preise bei kleinen Anbietern oft niedriger? Dany Gaberthüel, Verkaufsleiter bei Eco Stop, spekulierte in der Sendung «10vor10» auf SRF über mögliche Preisräume.
Konsumentenorganisationen berichten, dass große Ketten pro Liter Benzin einen Gewinn von 28 Rappen erzielen. Vor dem Krieg lag dieser Gewinn noch bei 25 Rappen. Profitieren die Konzerne also durch höhere Margen vom Krieg in Nahost?
Matthias Hübscher, Geschäftsführer Tankstellen bei Volenergy (zu der auch BP gehört), meint, dass niedrigere Preise wie bei Discountern nicht möglich seien. Eine Senkung würde zur Schließung von bis zu 40 Prozent der Filialen führen, da Mieten und Löhne dann nicht mehr bezahlt werden könnten.
Auf die Frage, ob tiefere Preise für große Ketten überhaupt machbar wären, ging er nicht weiter ein. Dennoch scheinen kleinere Ketten oder Einzeltankstellen in der Lage zu sein, günstige Preise anzubieten.
Wie schafft es etwa Eco Stop, die niedrigen Preise aufrechtzuerhalten? Verkaufsleiter Gaberthüel erklärt bei SRF, dass das Unternehmen sehr schlank operiert, hoch automatisiert und digitalisiert sei. Dies führe zu geringeren Kosten, die an die Kunden weitergegeben werden könnten.
Es ist klar: Deutlich niedrigere Spritpreise sind vorerst nicht in Sicht. Autofahrern bleibt daher nur der Vergleich an den Zapfsäulen.