Laut Markus Flückiger, Leiter Markt und Tarifverbund Passepartout beim Verkehrsverbund Luzern (VVL), steht die Zentralschweiz vor einer Preiserhöhung im öffentlichen Verkehr. Diese soll ab dem 13. Dezember 2026 in Kraft treten, um steigende Kosten auszugleichen. Flückiger ordnete dies im Gespräch mit zentralplus ein.
zentralplus fragte nach den Auswirkungen der Preiserhöhung unter aktuellen Umständen und erhielt von Flückiger die Antwort, dass es keinen idealen Zeitpunkt für solche Anpassungen gebe. Dennoch sei eine Preisänderung notwendig, um Qualität und Angebot zu erhalten.
Die jüngste Stabilität der Preise über drei Jahre hinweg endet mit dieser Erhöhung, hauptsächlich aufgrund eines nationalen Tarifvertrags. Zusätzlich spüren die Transportunternehmen finanzielle Anspannungen, was ebenfalls zur Überprüfung führt.
Die kürzliche Entscheidung der Alliance SwissPass für eine durchschnittliche Preiserhöhung von 3,9 Prozent wirft Fragen auf, ob Passepartout folgen wird. Flückiger betont die Notwendigkeit einer sorgfältigen Analyse, um ein attraktives und faires Angebot zu gewährleisten.
Der Tarifverbund Passepartout umfasst den Verkehrsverbund Luzern sowie Kantone und Unternehmen. Finanziert wird der ÖV durch Bund, Kantone, Gemeinden und Fahrgäste. Die Preisänderungen könnten verschiedene Billettarten betreffen; eine Arbeitsgruppe prüft das gesamte Sortiment.
Die Kosten für Energie, Material und Personal steigen an, was den ÖV teurer macht. Eine teilweise Wegfall der Rückvergütung der Mineralölsteuer ab 2027 verschärft die Situation. Flückiger betont, dass die Finanzierung durch öffentliche Hand und Unternehmen komplex sei.
Es ist geplant, dass auch die öffentliche Hand mehr zahlt, wobei die genaue Höhe von den Kantonen und dem Bund bestimmt wird. Die Nachfrage steigt, besonders auf dem Land, doch definitive Zahlen für 2025 stehen noch aus.
Die Umstellung auf einen fossilfreien ÖV erhöht ebenfalls die Kosten, insbesondere in städtischen Gebieten. Ländliche Regionen konzentrieren sich mehr auf das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.
Flückiger erklärt, dass die Situation in der Stadt angespannter sei, bedingt durch Stau und Pünktlichkeitsprobleme. Auf dem Land ist vor allem die Balance entscheidend. Eine hohe Preiserhöhung könnte Fahrgastzahlen reduzieren, doch Investitionen in Infrastruktur könnten dies ausgleichen.
Quellen: Telefonat mit Markus Flückiger, Leiter Markt und Tarifverbund Passepartout; Website des Tarifverbunds Passepartout.