Timmys Schicksal, eines kranken und geschwächten Buckelwals, beschäftigt viele Menschen. Seit Mitte März strandete das Tier mehrfach auf Sandbänken und erhielt den Namen Timmy. Ist sein Zustand so schlecht, dass er nicht in den Atlantik zurückkehren kann? Warum ist er überhaupt in die Ostsee geraten? Hier sind Antworten auf wichtige Fragen.
Es wird vermutet, dass Timmy sich bei seiner Wanderung einfach falsch orientierte. Buckelwale bevorzugen das offene Meer und kommen weltweit vor. Ihre Route führt durch Nord- und Ostseegewässer, doch gelegentliche Eintritte in die Ostsee können geschehen, etwa wenn sie Fischschwärme jagen. Die ostseespezifischen Bedingungen mit seichtem, salzarmen Wasser sind jedoch nicht optimal.
Seit Anfang März erschien Timmy regelmäßig an der Ostseeküste. Mögliche Ursachen dafür sind ein Netzverhängnis; Tierschützer entwarfen Teile davon vom Wal. So geschwächt, sucht er möglicherweise bewusst flaches Wasser auf oder ist in den Untiefen verirrt.
Buckelwale könnten sich mit dem Magnetfeld und Meeresströmungen orientieren, anders als Delfine, die Echoortung nutzen. Forscher vermuten auch visuelle Orientierung anhand des Sonnenstands. Im trüben Flachwasser der Ostsee ist das jedoch schwierig.
Timmy leidet unter einer von Pilzen besiedelten, entzündeten und aufgeplatzten Haut, was Infektionen ermöglicht. Ob er mit solch einem Zustand in die Ostsee kam, bleibt ungewiss; sein Aufenthalt im seichten Wasser verschlimmerte dennoch seine Verfassung.
Seine Atemfrequenz ist reduziert, er bewegt sich kaum und ein Stück Seil hängt noch aus seinem Maul. Dies könnte auf eine mögliche Speiseröhrenverstopfung hinweisen, die das Fressen unmöglich macht.
Das Ziel aller Beteiligten ist es, dass Timmy selbstständig schwimmt. Retter graben Rinnen und versuchen ihn durch Lärm dazu zu motivieren, loszuschwimmen. Nach der ersten Freilassung tauchte er jedoch unter die Boote ab und suchte sich einen eigenen Weg.
Ein gesunder Buckelwal wiegt 25 bis 30 Tonnen. In seinem Zustand könnte Timmy leichter sein, doch würde er auf einer festen Unterlage erstickt werden. Eine Rettung à la Film «Free Willy» ist unrealistisch und gefährlich.
Eine Rettungsaktion wäre zwar ideal, doch bergen diese Stress für das Tier. Lärm- und Berührungsempfindlichkeit machen solche Prozeduren riskant. Forscher empfehlen sie nur bei jungen, gesunden Tieren.
Das sanfte Einschläfern scheint schwierig; bisherige Methoden führten zu langen, schmerzvollen Sterbeprozessen.
Zu Buckelwal-Strandungen kommt es häufiger vor. Ihre Population wächst weltweit, was die Wahrscheinlichkeit solcher Vorfälle erhöht. Zudem beeinflussen menschliche Aktivitäten wie Schiffsverkehr und Fischerei die Situation. Lärm stört das Gehör der Wale und kann zu Orientierungsproblemen führen.
Jährlich stranden weltweit tausende Wale und Delfine. Klimawandel, veränderte Meeresströmungen und Sonnenstürme könnten die Situation verschärfen. Massenstrandungen treten auf, wenn ein Tier verletzt oder desorientiert ist.