Nach mehreren Verzögerungen durch technische Schwierigkeiten plant die NASA den Start der Artemis-2-Mission kurz nach Mitternacht, am frühen Morgen des 2. April, um ein Astronautenteam auf eine Reise zum Mond zu schicken – ohne dort zu landen, sondern ihn lediglich zu umkreisen. Dies ist ein Überblick über die sieben wesentlichen Etappen der mehr als eine Million Kilometer langen Mission.
Von Cape Canaveral in Florida hebt die SLS-Rakete mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1700 km/h ab. Die beiden seitlichen Feststoff-Booster (in den Grafiken weiß) und die Flüssigtreibstoff-Triebwerke der Kernstufe (hellrot) liefern den nötigen Schub für den Start in eine niedrigere Erdumlaufbahn. Nach kurzer Zeit werden sowohl die Booster als auch die Sicherheitsspitze der Oberstufe abgeworfen.
Anschließend trennt sich die Kernstufe (hellrot) von der Rakete, und die Oberstufe (weiß) bringt das Raumschiff „Orion“ rund acht Minuten nach dem Start in eine höhere Umlaufbahn. Nach dieser Trennung segelt das Raumschiff eigenständig dank der Haupttriebwerke des ESA-Servicemoduls weiter und entfaltet seine Solarpanels.
“Ein kurzer Moment kommt, in dem Orion ohne die Anziehungskraft von Erde oder Mond fliegt”, erklärt Rüdiger Seine von der ESA. Der Mond zieht das Raumschiff jedoch schnell ein und lenkt es zurück zur Erde. Das Servicemodul führt dabei nur kleine Bahnkorrekturen durch.
Das weiteste entfernte Punkt des Flugs liegt etwa 370’000 Kilometer von der Erde, hinter dem erdabgewandten Teil des Mondes bei über 6500 Kilometern. “Von dort aus können die Astronauten sowohl Erde als auch Mond sehen”, fügt Seine hinzu.
Ein kritischer Moment ist der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, bei dem Temperaturen von mehr als 2700 Grad Celsius herrschen. Der Hitzeschild des Raumschiffs verkohlt und verdampft, während das zuvor abgeworfene Servicemodul im All verglüht.
Sobald Orion in die Erdatmosphäre eintaucht, verlangsamt es sich von rund 40’000 km/h auf nur noch 300 km/h. “Dann löst der erste Bremsfallschirm aus”, sagt Seine. Es folgen weitere, um die Fallschirme für die Landung zu entfalten. Die Kapsel landet im Pazifik und wird an Bord einer Rettungsmission gebracht.
Quelle: SRF 1, Einstein, 26.3.2026, 21:05 Uhr