In der letzten Berichterstattung hat Bundesanwalt Stefan Blättler die zunehmende Anzahl an Fällen, die von der Bundesanwaltschaft bearbeitet wurden – darunter Cyberkriminalität, Terrorismus und Bankomat-Sprengungen – hervorgehoben. Trotz des Personalmangels und eingeschränkter rechtlicher Möglichkeiten bleibt die Behörde aktiv, wie Blättler betont.
Seit 2022 führt der promovierte Jurist, der zuvor von 2006 bis 2014 als Kommandant der Berner Polizei tätig war und von 2014 bis 2020 Präsident der kantonalen Konferenz der Polizeikommandanten sowie Lehrbeauftragter an der Universität Bern fungierte, die Bundesanwaltschaft. Die Anzahl eröffneter Strafverfahren belief sich im letzten Jahr auf einen Rekord von 363.
In einem Gespräch mit SRF News betonte Blättler, dass eine hohe Zahl an Verfahren nicht unbedingt auf steigende Unsicherheit schließen lässt. Besonders herausfordernd ist die Bekämpfung der Cyberkriminalität, wobei die Schweiz aufgrund ihrer fortschrittlichen digitalen Infrastruktur besonders gefährdet sei. Blättler erklärte, dass trotz dieser Herausforderungen der technologische Fortschritt auch positive Aspekte bietet.
Im letzten Jahr konnte ein Erfolg verzeichnet werden, als eine Gruppe in Thailand festgenommen und nach Schweizer Recht überführt wurde. Diese Festnahme war das Ergebnis intensiver Ermittlungsarbeit durch Fedpol-Mitarbeiter. Blättler sieht den Cyberbereich als zukünftiges Hauptkriminalitätsfeld an, weshalb mehr Ressourcen erforderlich sind.
Trotz dieser Erfolge bleibt die Problematik weitreichend: Die festgenommenen Thailänder stellen nur einen Teil des Problems dar. Auch im Bereich Terrorismus gab es mit 140 offenen Fällen – ein Höchststand – zahlreiche Herausforderungen, doch betonte Blättler, dass das Ziel ist, mehr Fälle vor Gericht zu bringen.
Kritik am Einsatz der Mittel entgegnete er entschieden, indem er klarstellte, dass keine Terroristen unbeaufsichtigt bleiben und die Ressourcenallokation regelmäßig überprüft wird. Trotz der Herausforderungen ist Blättler zuversichtlich im Kampf gegen Cyber- und Terrorismuskriminalität.
Das Gespräch wurde von Klaus Ammann geführt, Samstagsrundschau, 4. April 2026, 11:30 Uhr.