Auf den Strecken über den Golfraum bleiben zahlreiche Sitze unbesetzt, was Reisende veranlasst, Flüge zu verschieben oder Umsteigeverbindungen zu meiden. Seit dem Ausbruch des Iran-Krieges sind Luftraumsperrungen und diverse Flugbeeinträchtigungen die Folge, wie ein Experte aus der Luftfahrtindustrie bestätigt.
Dies hat insbesondere die Golf-Fluggesellschaften hart getroffen. So zeigen soziale Medien Videos von fast leeren Kabinen auf Flügen nach Dubai. Bloomberg berichtete kürzlich, basierend auf internen Emirates-Dokumenten, von dramatisch niedrigen Auslastungszahlen: Auf einer Paris-Dubai-Verbindung im Airbus A380 mit 600 Sitzen fanden sich lediglich 25 Passagiere ein.
Auch die Verbindungen nach Zürich sind betroffen. Während weder Airlines noch der Flughafen Zürich über genaue Auslastungszahlen sprechen, zeigt das Tool Expertflyer eine maximale Halbierung der Economy-Klassenbelegung bei Emirates-Flügen zwischen Zürich und Dubai.
Trotz dieser geringen Belegungsraten fliegen die Golf-Carrier weiterhin regelmäßig nach Zürich. Die Annahme, dass dies zur Erhaltung von Start- und Landerechten geschieht, wird durch Ausnahmegenehmigungen der Slot Coordination Switzerland (SCS) widerlegt. Diese erlauben es den Airlines, gestrichene Flüge als genutzt zu behandeln.
Warum also bestehen die Golf-Carrier auf diesen Routen? Nau.ch suchte Antworten von Emirates, Etihad und Qatar, jedoch erfolglos. Linus Bauer, ein Luftfahrtexperte, erklärt dies mit der Optimierung ihres gesamten Netzwerks statt einzelner Strecken. Diese Verbindungen könnten strategisch wichtig sein, um Passagiere in das Hub-System einzubinden und Anschlussflüge zu sichern.
Bauer betont weiterhin die Risiken eines kurzfristigen Rückzugs für das gesamte Flugbetriebssystem sowie den Wettbewerbsdruck. Ein temporärer Marktrückzug könnte langfristig zur Umleitung der Nachfrage an Wettbewerber führen. Die Airlines akzeptieren daher aktuell geringere Erträge auf bestimmten Strecken, um ihre Netzwerkstruktur und Wettbewerbsposition zu sichern.