Konstantin Kreibich berichtet über eine unerwartete Herausforderung bei der Errichtung des neuen Standorts der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) an der Aa. Während der Bauarbeiten kam es zur Entdeckung von PFAS im Boden, was die Kosten für die Stadt Zug in Millionenhöhe treibt.
Im Bereich der früheren Kläranlage wurden während der Erdarbeiten erhebliche Mengen dieser Chemikalien gefunden. Die Feuerwehr hatte das Gelände bis in die 1980er Jahre als Übungsplatz genutzt und dabei PFAS-haltigen Löschschaum verwendet, wie von der Stadt Zug berichtet wurde. Für die Entfernung wird ein Betrag von etwa zehn Millionen Franken veranschlagt.
PFAS sind synthetische Chemikalien mit wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften, die kaum abgebaut werden können, was ihnen den Namen “Ewigkeitschemikalien” einbrachte. Sie finden Anwendung in Produkten wie Antihaftpfannen, Outdoor-Kleidung, Kosmetika sowie Feuerlöschschaum und Verpackungen.
Diese Chemikalien lagern sich im menschlichen Körper an, wobei sie in Blut, Leber oder sogar Gehirn gefunden werden können. Obwohl PFAS akut nicht giftig sind, können sie bei hoher Ansammlung das Immunsystem schwächen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen sowie Krebs begünstigen. Der Bund hat Grenzwerte für Trinkwasser, Fleisch, Fisch und Eier festgelegt, welche unter den strengeren EU-Richtlinien liegen. Weitere Regelungen sind in Vorbereitung.
Die Sanierungskosten muss die Stadt Zug übernehmen, da im Jahr 2025 ein Landtausch erfolgte: Die Aa-Fläche ging an den Kanton ab und die Gaswerk-Areal wurde von diesem erhalten. Gemäß der Stadt liegt die Verantwortung für die “Sanierung von Altlasten” beim Vorbesitzer.
Die Stadt plant, die Kosten aus Rückstellungen in Höhe von 22 Millionen Franken zu decken, die sie im Jahr 2023 für PFAS-Sanierungen gebildet hat. Es wird zudem geprüft, ob auch “übergeordnete Stellen” wie der Kanton oder Bund zur Zahlung herangezogen werden könnten.
Weitere Standorte in Zug sind von PFAS-Belastungen betroffen, darunter das Feuerwehr- und Werkhof-Areal an der Göblistrasse. Die Freiwillige Feuerwehr Zug verwendet seit 2025 keinen Löschschaum mehr mit PFAS.