In dieser Woche verstarb Mircea Lucescu, ein legendärer Fussballspieler und -trainer, im Alter von 80 Jahren. Es bleibt ungewiss, ob er für den Fussball lebte oder dieser sein Leben bestimmte; jedenfalls war der Fussball untrennbar mit ihm verbunden. Seine Karriere begann vor über sechs Jahrzehnten und war so facettenreich, dass auch ihr Ende eine besondere Note hatte.
Sein letztes Spiel als rumänischer Nationaltrainer fand zwei Wochen zuvor statt – in einem knappen WM-Play-off gegen die Türkei in Istanbul. Interessanterweise trug er indirekt zum Bau der Arena bei, in der dieses Spiel stattfand. Nach seiner Entlassung von Besiktas im Jahr 2003 verzichtete er auf eine Abfindung und forderte stattdessen den Umbau des Stadions – ein Projekt, das seit zehn Jahren abgeschlossen ist und dessen Heimstätte nun die Europa League beherbergt. Lucescu bewunderte die Arena vor allem für die leidenschaftlichen türkischen Fans.
Lucescus Karriere war geprägt von seiner Hingabe; er betreute 1544 Spiele für elf Vereine in fünf Ländern und zwei Nationalteams – Rumänien und die Türkei. Er errang mehr als 30 Titel, darunter zahlreiche Meisterschaften und Cup-Siege. Sein größter Triumph war der Gewinn des Uefa-Cups 2009 mit Schachtar Donezk, wobei er dort in zwölf Jahren acht Liga-Titel gewann.
Bereits früh zeichnete sich Lucescus Spielphilosophie ab. Als Captain führte er die rumänische Nationalmannschaft bei der WM 1970 und entwickelte eine Strategie, um die körperliche Überlegenheit der Gegner auszugleichen. Unter seiner Führung erlebte Rumänien in den neunziger Jahren eine Hochphase mit mehreren internationalen Erfolgen.
Nach dem Kommunismus führte Lucescu seine Philosophie nach Italien, wo er sieben Jahre lang als „Il Luce“ bekannt war. Sein kurzes Engagement bei Inter Mailand 1999 brachte ihm internationale Stars wie Baggio und Ronaldo näher, doch er zog es vor, seinen Trainerberuf mit Akribie zu leben.
2024 wurde er zum ältesten Nationaltrainer der Fussballgeschichte ernannt. Nach einer Niederlage gegen die Türkei trat er zurück, nachdem er ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Rumäniens Verbandspräsident bezeichnete ihn als „Lebenslehrer für ganze Spielergenerationen“. Lucescu verstarb im Alter von 80 Jahren und hinterlässt ein unvergessliches Erbe.