Gemäß einer Recherche der “New York Times” soll der britische Krypto-Pionier Adam Back hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto stecken, wie Journalisten in Erfahrung bringen wollten. Dieser Mythos um die Identität des Bitcoin-Erfinders könnte sich nun klären. Seit 2008 existiert das Whitepaper von Satoshi Nakamoto, das den theoretischen Grundstein für den Bitcoin legte. Der Vorwurf an Back wurde schon früher erhoben, doch bleibt in der Szene Skepsis.
Adam Back, geboren 1970 in London, ist ein bekanntes Gesicht in der Kryptowelt und Unternehmer. Er war maßgeblich an der Entwicklung von Hashcash beteiligt, einem kryptografischen System aus dem Jahr 1997, das als Vorläufer des Bitcoin-Minings gilt. Back gründete 2025 mit Marc Syz die Future Holdings in der Schweiz, um Bitcoins zu verwahren, und leitet Blockstream, dessen europäischer Sitz in Lugano ist.
Nachdem der Artikel veröffentlicht wurde, bestritt Back erneut, Satoshi Nakamoto zu sein. Er hob seine frühe Beschäftigung mit Kryptographie, Online-Privatsphäre und elektronischem Geld hervor. In den 90ern beteiligte sich Back an der Cypherpunk-Bewegung und entwickelte Hashcash.
Journalist John Carreyrou führte in seiner einjährigen Recherche eine Sprachanalyse von Hunderten E-Mails aus dieser Bewegung durch, wobei er viele sprachliche Übereinstimmungen zwischen Back und Nakamoto feststellte. Diese Analyse schränkte das Kandidatenfeld ein.
Backs Interesse an digitaler Anarchie und libertären Regierungsformen spiegelt sich in den Zielen der Cypherpunks wider, die Kommunikation vor staatlicher Überwachung zu schützen. Auch seine Forschungen über verteilte Computersysteme während seiner Zeit an der Universität Exeter zeigen Parallelen zur dezentralisierten Struktur des Bitcoins.
Der Verdacht gegen Back ist nicht neu; bereits 2016 und 2021 wurde er als möglicher Bitcoin-Erfinder genannt. Auch sprachliche Ähnlichkeiten, wie sie John McAfee bemerkte, trugen zu diesem Verdacht bei.
Trotz der Hinweise gibt es Zweifel an der Theorie, dass Back Satoshi Nakamoto ist. Rino Borini, ein Schweizer Krypto-Experte, vermutet eher eine Gruppe von Entwicklern als Einzelperson dahinter. Luzius Meisser von Bitcoin Suisse merkt ebenfalls an, dass viele Hinweise auf Back passen könnten, sein Bauchgefühl jedoch dagegen spricht.
Sollte Back der Bitcoin-Erfinder sein, wäre er extrem reich, da Satoshi Nakamoto angeblich 1,1 Million Bitcoins besitzt, was heute einem Wert von rund 62 Milliarden Franken entsprechen würde. Die Enthüllung seiner Identität könnte jedoch Gefahren mit sich bringen, wie jene, die kürzlich Krypto-Unternehmer erlebt haben.