Mit einem klaren 5:2-Erfolg beim ZSC Lions feiern die Davoser in den Play-offs ihren ersten Sieg seit drei Jahren auf fremdem Eis. In der Halbfinalserie führen sie nun mit 3:1. Auch Fribourg-Gottéron steht noch ein Erfolg vor dem Final aus. (sda)
Nach 19 ununterbrochenen Heimsiegen in den Play-offs, seit ihrem Ausscheiden im Viertelfinale gegen Biel drei Jahre zuvor, mussten die ZSC Lions eine Niederlage einstecken. Die Davoser begannen zwar zunächst mit viel Druck und hatten mehrere Chancen innerhalb der ersten zwölf Minuten, doch das 1:0 durch Dean Kukan kam eher zustande, indem er den HCD-Goalie Sandro Aeschlimann per Backhand-Schuss über die Fanghand schoss. Diese Führung brachte jedoch keine beruhigende Wirkung bei den Lions.
Im Verlauf des ersten Drittels nahmen die Davoser das Kommando an sich und glichen in der 24. Minute durch Tino Kessler aus, wobei dieser Treffer etwas glücklich war, da er zunächst über den Puck flog. Die Führung zum 2:1 für Davos ergab sich aus einem intensiven Kampf um die Scheibe, bei dem Brendan Lemieux und der ZSC-Goalie Simon Hrubec gemeinsam den Puck fast unbemerkt ins Tor beförderten.
Die Reaktion der Lions blieb aus; selbst in vier Minuten Überzahl konnte nur ein Schuss von Vinzenz Rohrer an die Latte gebracht werden. Davos hingegen nutzte einen exzellenten Konter über Kessler, um kurz vor dem Ende des Drittels auf 3:1 zu erhöhen. Juho Lammikko verkürzte fünf Minuten später auf 2:3 und Rasmus Asplund stellte nach 45 Sekunden die Zweitore-Führung wieder her.
Davos baut damit nahtlos an seine bisher herausragende Saison an und hat nun am Sonntag die Gelegenheit, erstmals seit ihrem letzten Meistertitel 2015 den Einzug ins Finale zu sichern.
Auch Fribourg-Gottéron steht noch ein Sieg vor dem Final. Die Mannschaft hatte in letzter Zeit mit einer Reihe von Verletzungen und einem schwachen Powerplay zu kämpfen. Im vierten Halbfinalspiel gegen Servette fiel auch Captain Julien Sprunger aus.
Doch andere Spieler, insbesondere Goalie Reto Berra und Nationalstürmer Christoph Bertschy, springen in die Lücke. In der langen Viertelfinalserie gegen Rapperswil-Jona war Berta noch ineffizient; nun erzielte er im Halbfinale zwei entscheidende Tore – zunächst in Unterzahl zur Führung und dann zum 3:1.
Das 1:0 durch Vincent Praplan in der Powerplay-Situation sowie ein Treffer von Simas Ignatavicius acht Minuten vor Schluss brachten die Spannung zurück. Gottéron geriet erneut unter Druck, was auf eine anhaltende Schwäche im Überzahlspiel zurückzuführen war – 10 Minuten Mehrspieler blieben erfolglos und mündeten in einem Gegentor von Jesse Puljujärvi.
Trotz dieser Herausforderungen konnten sich die Gottéroner auf ihren starken Torhüter Reto Berra verlassen, der gegen Stéphane Charlin (später durch Robert Mayer ersetzt) dominierte.