Ein innovativer Schritt in der Digitalisierung des öffentlichen Verkehrs steht bevor: Die neue App „Be in – Be out“ („Bibo“) soll das Ein- und Auschecken überflüssig machen. Aktuell nutzen viele Reisende ohne Generalabonnement die Funktion „EasyRide“ auf der SBB-App, um ihre Fahrten zu registrieren. Dabei treten jedoch häufig Probleme wie unterschiedliche Preise für identische Strecken oder Schwierigkeiten mit QR-Codes auf. Kritik gibt es auch wegen Bussen, die wegen verspätetem Einchecken verhängt werden – so wurde einem Pendler beispielsweise eine Busse von 90 Franken auferlegt, weil er sieben Sekunden zu spät einstieg.
Nun will „Bibo“ diese Schwierigkeiten beseitigen. Wer die App installiert hat, muss sich um nichts mehr kümmern: Das System erkennt automatisch den Start und das Ende der Fahrt mittels Bluetooth-Beacons in Zügen, was eine einfache Fahrpreisberechnung ermöglicht.
Aktuell wird „Bibo“ getestet, wie SRF berichtet. Michaela Ruoss vom Branchenverband Alliance Swisspass zeigt sich optimistisch, dass dies ein weiterer innovativer Schritt zur Vereinfachung des öffentlichen Verkehrs ist. Auch die SBB sieht Potenzial in der App.
Obwohl technisch weitgehend alles bereitsteht – Züge sind bereits mit den nötigen Bluetooth-Beacons ausgestattet –, gibt es noch Ausnahmen wie internationale Züge und bestimmte Spezialfälle. Datenschutzbedenken werden durch die Begleitung des Projekts durch den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) ausgeräumt.
Ein zweimonatiger Testlauf mit rund 3000 Nutzerinnen und Nutzern beginnt Ende April. Sollten die Ergebnisse positiv sein, plant man eine Integration in die SBB-Mobile-App. Die Funktion „EasyRide“ soll zumindest vorerst weiterhin angeboten werden.