Anthropic, die Firma hinter dem Chatbot Claude, hat mit Vas Narasimhan, CEO des Pharmariesen Novartis, eine bedeutende Ergänzung für ihren Verwaltungsrat gefunden. Diese strategische Entscheidung zielt darauf ab, Expertise im Gesundheitssektor zu gewinnen und den geplanten Börsengang noch in diesem Jahr voranzutreiben.
Narasimhan ist die zweite neue Verwaltungsratsmitglied innerhalb weniger Monate für das US-Technologieunternehmen aus San Francisco, nach Chris Liddell, ehemals bei Microsoft und General Motors. Dieser Schritt erfolgt im Kontext der Erwartung eines Börsengangs, wie es “Wall Street Journal” berichtet.
Anthropic lenkt seine strategischen Bemühungen verstärkt auf den Gesundheitsbereich aus. Im Januar wurden neue Funktionen des Chatbots Claude vorgestellt, die speziell für Gesundheitsunternehmen und Versicherer entwickelt wurden. Darüber hinaus verbesserte Anthropic die Fähigkeiten von Claude im Bereich der Medikamentenentwicklung zur Unterstützung klinischer Studien und regulatorischer Prozesse.
Das Unternehmen arbeitet bereits mit Pharma- und Biotechfirmen wie Eli Lilly, Novo Nordisk und Genmab zusammen. Ziel ist es, die Entwicklungszeit neuer Medikamente zu verkürzen. “Künstliche Intelligenz beschleunigt Lösungen für einige der schwierigsten wissenschaftlichen Herausforderungen – von einem vertieften Verständnis der Krankheitsbiologie bis hin zur Entwicklung besserer Medikamente”, kommentierte Narasimhan.
Seit 2018 leitet Narasimhan Novartis und hat das Unternehmen durch die Einführung zahlreicher umsatzstarker neuer Medikamente auf einen Wachstumspfad gebracht. Dieses Wachstum wurde ermöglicht durch eigene Entwicklungen sowie Akquisitionen.
Trotz des Erfolgs sieht sich Novartis, wie andere Pharmakonzerne auch, mit stark gestiegenen Kosten konfrontiert und steht vor der Herausforderung, die Entwicklung neuer Produkte zu beschleunigen. KI-Werkzeuge wie Claude könnten hierbei eine Schlüsselrolle spielen.
Anthropic wurde 2021 von den Geschwistern Dario und Daniela Amodei gegründet, die zuvor für OpenAI tätig waren und nun ebenfalls dem erweiterten Verwaltungsrat angehören. Mit der Aufnahme Narasimhans zählt dieser sieben Mitglieder.