Mit dem Aufwärmen des Klimas beginnt auch die jährliche Saison der Zecken, die zahlreiche Fragen aufkommen lässt. Diese Tiere gehören zur Klasse der Spinnentiere und Unterklasse der Milben und sind Blutparasiten von Wirten wie Menschen, Säugetieren, Vögeln oder Reptilien.
Der Lebenszyklus einer Zecke startet als winzige Larve, die etwa einen halben Millimeter misst. Sie benötigt eine erste Blutmahlzeit auf einem kleinen Säugetier, zum Beispiel einer Maus, um zu wachsen. Im Nymphenstadium, das ein bis zwei Millimeter groß ist und nach einer weiteren Mahlzeit erreicht wird, entwickelt sich die Zecke zur erwachsenen Form. Die ausgewachsene Zecke kann nun auch größere Tiere befallen, einschließlich Menschen. Nach der Paarung legt die weibliche Zecke bis zu 3000 Eier und stirbt danach; der männliche Zecke stirbt nach der Begattung.
Es existieren über 650 Zeckenarten, aufgeteilt in drei Familien. In Europa sind vor allem Schildzecken verbreitet, darunter der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), die häufigste Art in der Schweiz. Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) aus derselben Familie kann für Hunde gefährlich werden, indem sie Babesiose überträgt.
Die tropische Hyalomma-Zecke wurde vereinzelt auch in Zentraleuropa nachgewiesen. Mit zunehmend milderen Wintern durch den Klimawandel könnten sich diese Zecken laut Experten weiter ausbreiten.
Zecken bevorzugen Lebensräume wie Wälder und hohes Gras, kommen aber auch in Gärten vor. Sie sitzen auf der Spitze von Gräsern oder Büschen und klammern sich an ein vorbeigehendes Tier oder Menschen, um hochzuklettern. Bei Kälte oder Trockenheit ziehen sie sich zurück.
Der Begriff “Zeckenstich” ist korrekt; die Zecke schneidet die Haut auf und verankert sich mit einem Hypostom in der Wunde. Dieser Saugapparat ermöglicht es ihr, Speichel einzuspritzen und Blut aufzunehmen.
Obwohl die Zecken selbst harmlos sind, können sie gefährlich werden, wenn sie Infektionserreger wie Borrelia-Bakterien oder FSME-Viren übertragen. In der Schweiz und Deutschland tragen 5 bis 30 Prozent der Zecken Borrelien; in manchen Regionen sogar 50 Prozent. Nach einem Stich erkranken laut Robert-Koch-Institut jedoch nur 0,3 bis 1,4 Prozent an Symptomen.
Das Vorkommen von FSME-Viren variiert regional und beträgt im Durchschnitt zwischen 0,1 und 5 Prozent der Zecken. Eine genaue Bestimmung des Erkrankungsrisikos nach einem einzelnen Stich ist jedoch nicht möglich, da viele Infektionen mild verlaufen.
Für weitere Informationen zur Biologie von Zecken, den Krankheiten, die sie übertragen können, sowie Schutzmaßnahmen und Entfernungsmethoden für diese Parasiten, ziehen Sie bitte andere spezialisierte Artikel zu Rate.