Die Anzahl der gemeldeten Zeckenstiche erreichte kürzlich einen neuen Höchstwert. Die Auswirkungen des Klimawandels könnten das Risiko einer Übertragung gefährlicher Erreger erhöhen. Hier erfahren Sie, was Sie wissen sollten. Nach Hochrechnungen der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva wurden im Jahr 2025 rund 18.000 Zeckenstiche in der Schweiz gemeldet – das sind doppelt so viele wie vor zwanzig Jahren und fast so viel wie der Rekord von 2020. Ab Mai beginnt die Hochsaison für die Parasiten, wodurch besondere Vorsicht geboten ist. Dieser Artikel erläutert wichtige Anzeichen nach einem Stich und ihre Bedeutung. Zecken übertragen eine Vielzahl an Infektionskrankheiten. In der Schweiz sind insbesondere Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) von Relevanz. Die Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst, benannt nach dem Forscher Willy Burgdorfer, der es 1981 in den USA identifizierte. Die FSME ist eine Virusinfektion, verursacht vom FSME-Virus. Neben diesen bekannten Krankheitserregern können Zecken auch seltener vorkommende Bakterien wie Anaplasma und Rickettsien sowie verschiedene Viren übertragen. Ein neuer Erreger, das Alongshan-Virus (ALSV), wurde in der Schweiz seit Dezember 2022 identifiziert; es gehört zur Familie der Flaviviren. Symptome einer ALSV-Infektion ähneln denen einer Erkältung oder einem frühen Stadium der FSME mit Kopfschmerzen, Fieber und Müdigkeit. Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und werden nicht immer übertragen; das Risiko steigt nach mehr als zwölf Stunden Saugdauer. Eine schnelle und korrekte Entfernung der Zecke ist deshalb wichtig, um Infektionsrisiken zu minimieren. Die ganze Schweiz gilt als Borreliose-Risikogebiet, mit Ausnahme von Regionen über 2000 Meter Höhe. Seit 2019 wird die gesamte Schweiz außer den Kantonen Tessin und Genf als FSME-Risikogebiet betrachtet. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schätzt jährlich etwa 10.000 Borreliose-Erkrankungen, basierend auf Angaben von Hausärzten (Sentinella-Meldesystem). Die FSME ist seit 1988 meldepflichtig und erfasste in den Jahren 2020 bis 2025 jeweils mehr als 400 Fälle. Die Borreliose zeigt sich vielfältig, was Diagnosen erschwert. Häufig treten Symptome wie wandernde Rötungen (Erythema migrans), grippeähnliche Beschwerden und Schmerzen auf. Die Therapie erfolgt antibiotisch je nach Krankheitsstadium. Die FSME verläuft oft unbemerkt, kann aber zu schweren neurologischen Beschwerden führen. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht; Symptome werden behandelt. Vorbeugend hilft eine Impfung, die für Menschen über sechs Jahren empfohlen wird, die in Risikogebieten leben oder sich dort häufig aufhalten. Die Grundimmunisierung umfasst drei Impfungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Die Kosten werden von der Krankenversicherung übernommen, wenn sie durch einen Arzt verabreicht wird. Dieser Artikel thematisiert wichtige zeckenübertragene Erkrankungen und deren Prävention. Weitere Details zu Zeckenbiologie finden sich in einem separaten Beitrag.