Das Sechseläuten, Zürichs wichtigstes Frühlingsfest, steht vor der Tür. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher werden erwartet, mit dem Höhepunkt am Montagabend: die Verbrennung des Bööggs auf einem zehn Meter hohen Scheiterhaufen. Hier sind die wesentlichen Informationen zu den Feierlichkeiten.
Das Sechseläuten findet immer am dritten Montag im April statt, dieses Jahr also am 20. April. Die Festivitäten beginnen bereits am Freitag auf dem Lindenhof mit der Präsentation des Gastkantons Graubünden.
Am Sonntag ist der Kinderumzug ein zentraler Bestandteil des Programms, er startet um 14:30 Uhr beim Bellevue. Die Strecke führt über Quaibrücke, Limmatquai, Rudolf-Brun-Brücke und Bahnhofstrasse zum Münsterhof. Rund 3000 Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren nehmen teil, gekleidet in Trachten oder historische Kostüme, begleitet von etwa 800 Musikern aus regionalen Jugendmusikgruppen.
Der Zunftumzug beginnt um 15 Uhr und zieht über Bahnhofstrasse und Limmatquai zum Sechseläutenplatz. Beteiligt sind hierbei 3500 Mitglieder aus 26 Zünften, 350 Reiter, etwa 50 von Pferden gezogene Wagen sowie 30 Musikkorps.
Auf dem Sechseläutenplatz wird um 18 Uhr der Scheiterhaufen entzündet. Der Böögg soll dabei beim sechsten Glockenschlag des Kirchturms St. Peter explodieren. Nur ein Mitglied des Bundesrates, Elisabeth Baume-Schneider, ist diesmal anwesend; besser vertreten ist der Zürcher Regierungsrat mit Mario Fehr, Silvia Steiner, Ernst Stocker und Natalie Rickli.
Aus der Stadtzürcher Exekutive sind der designierte Stadtpräsident Raphael Golta sowie Simone Brander, André Odermatt und Michael Baumer dabei. Die scheidende Stadtpräsidentin Corine Mauch fehlt.
Zu den prominenten Gästen zählen Zoodirektor Severin Dressen, Schlagersängerin Beatrice Egli, Gemeindepräsident und Künstler Christian Jott Jenny sowie Skilanglauf-Weltmeister Dario Cologna.
Der Gastkanton Graubünden nutzte die Gelegenheit, das Frühlingsfest zu bewerben: Der Böögg reiste per Rhätischer Bahn ins Engadin. Dort war er beim Skimarathon und besuchte Pontresina sowie St. Moritz unter dem Motto «Echt patgific» («echt gemütlich»). Auf dem Lindenhof werden bündnerische Traditionen, Handwerke und Spezialitäten präsentiert. Eine Schlagerparty aus Laax namens «Schnulz im Sulz» wird am Samstagabend übertragen.
Ein Tram im Design der Rhätischen Bahn (RhB) in Rot wird die nächsten Monate durch Zürich fahren, während auf den Schienen der RhB ein blau-weißer Zug mit VBZ-Design unterwegs ist.
Wegen der Umzüge sind am Sonntag und Montag große Verkehrsbehinderungen zu erwarten. In den Stadtteilen 1 und 2 werden zahlreiche Straßen gesperrt, Autos an verbotenen Stellen abgeschleppt. Die Stadtpolizei rät dazu, die Innenstadt großräumig zu umfahren.
Meteo Schweiz prognostiziert für das Wochenende eine Mischung aus Sonne und Niederschlag bei 15 Grad Celsius. Ein trockener Montagmorgen ist ideal für den schnellen Abbrenn des Scheiterhaufens, da der Volksmund besagt: Je rascher der Kopf des Bööggs explodiert, desto besser wird der Sommer. Die Vorhersagen des Schneemanns sind jedoch nicht immer zuverlässig; trotz eines korrekten Vorhersagewerts für den Hitzesommer 2003 war er in anderen Jahren ungenau.